Beliebte Hausarztpraxis zieht in die Innenstadt

Dr. Atef Roumani-Spree steht vor der ehemaligen Stadtbücherei, in deren Obergeschoss bald seine neue Praxis entsteht.

WERDOHL ▪ Die Sparkasse hat etwa ein Drittel der leer stehenden Fläche der früheren Stadtbücherei an den Werdohler Hausarzt Dr. Roumani-Spree vermietet. Der beliebte Mediziner mit einem Stamm von rund 1000 Patienten wird seine neue Praxis zum 1. Juli direkt gegenüber der Christuskirche eröffnen.

Es gab schon einige Spekulationen darüber, ob es sich bei der Verlegung seiner Praxis aus dem Versetal nur um eine Übergangslösung handele. Schließlich ist der gebürtige Libanese Roumani schon so alt, dass er sich zur Ruhe setzen könnte. Dr. Roumani-Spree möchte kurz vor seinem Eintritt ins offizielle Rentenalter noch einmal voll durchstarten.

Die 150 Quadratmeter seiner neuen Praxis mitten in der Stadt werden komplett neu möbliert, einige neue medizinische Geräte will er ebenfalls anschaffen. „Das ist keine Lösung nur für die nächsten zwei oder drei Jahre“, so Dr. Roumani-Spree gegenüber unserer Redaktion. Schließlich investiere er selbst eine Menge Geld in die neue Ausstattung.

Seit 22 Jahren ist der Internist in der Praxis im ersten Stock an der Hauptstraße 20. Dort stehen ihm 110 Quadratmeter zur Verfügung, allerdings ohne Aufzug und ohne ausreichend Parkplätze. Das Gebäude im Versetal – die Arztpraxis darin gibt es schon seit 60 Jahren – gehörte der Sparkasse. Im Erdgeschoss war dort früher eine Filiale untergebracht.

Die Sparkasse hatte das Haus vor einiger Zeit verkauft, mit dem neuen Vermieter kam der Arzt nicht überein. Er habe den Eindruck gewonnen, so Dr. Roumani-Spree im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Gebäude in Zukunft nicht mehr so gut gepflegt werde. Ein Umzug in die ebenerdigen Räume sei finanziell nicht darstellbar. Im Laufe der Jahre sei die Treppe zu seiner Arztpraxis immer mehr zu einem Hindernis für seine älteren Patienten geworden.

So seien Sparkasse und Arzt doch wieder zueinander gekommen. Das Geldinstitut sucht schon lange nach einer Vermarktung der Räume der früheren Stadtbücherei. Seit dem Umzug der Bibliothek in den Neubau an den Platz zur Alten Post stehen die rund 500 Quadratmeter über der Sparkassen-Tiefgarage leer. Die Arztpraxis nutze zukünftig ein Drittel der Fläche und soll auch weitere Nutzer der Immobilie anlocken.

„Mit gebrochenem Herzen“ verlasse er das Versetal mit seiner Praxis, so drückte sich der Internist gegenüber unserer Redaktion aus. Bis vor einigen Jahren habe Dr. Fischer ganz in der Nachbarschaft als Allgemeinmediziner praktiziert. Ab Juli werde es im Versetal keinen Hausarzt mehr geben, bedauert Dr. Roumani-Spree.

Er war nach seiner internistischen Ausbildung im Klinikum Hellersen vor 22 Jahren an die Verse gekommen. Dem Stadtteil bleibt er persönlich treu, er wohnt in Kleinhammer.

Die Nachwuchsprobleme für Landarztpraxen sind ihm wohl bewusst. Eine Versorgungslücke hinterlasse er allerdings nicht, meint er. Seine wenig mobilen Stamm-Patienten werde er weiterhin mit Hausbesuchen versorgen. Und schon jetzt suchten ihn im Versetal auch jede Menge Patienten aus anderen Werdohler Stadtteilen auf. Er werde alles tun, seine bisherigen Patienten zufrieden zu stellen. Dass es heute andere Vorstellungen von Mobiltät gibt als zur Zeit seines Starts an der Hauptstraße – davon geht er aus. Von daher sieht er für sich und seine Patienten nur Vorteile für den Standortwechsel seiner Praxis. „Der Aufzug zur neuen Praxis ist sehr wichtig. Ohne den Aufzug würde ich nicht dorthin gehen.“

Dr. Roumani-Spree bringt zwei Vollzeitkräfte als Arzthelferinnen, eine Auszubildende sowie seine in der Praxis mitarbeitende Frau mit in die Stadtmitte. In seiner Praxis bietet er jetzt und zukünftig internistische Diagnosen für Herz, Lunge, Magen und Darm inklusive Ultraschalluntersuchungen an.

Volker Heyn

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