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Bekanntes Unternehmen in Werdohl für Ausbildungspreis nominiert

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Über die Nominierung zum Ausbildungsbetrieb 2022 freute sich Firmenchef Dirk Middendorf (Mitte). Dazu gratulierten Tim Tröster (Vereinigte Sparkasse im MK), Handwerkskammer-Geschäftsführer Fabian Bräutigam, Christina Thiemann von der Kreishandwerkerschaft und Ausbildungsberater Rüdiger Schnüttgen (von links.).
Über die Nominierung zum Ausbildungsbetrieb 2022 freute sich Firmenchef Dirk Middendorf (Mitte). Dazu gratulierten Tim Tröster (Vereinigte Sparkasse im MK), Handwerkskammer-Geschäftsführer Fabian Bräutigam, Christina Thiemann von der Kreishandwerkerschaft und Ausbildungsberater Rüdiger Schnüttgen (von links.). © Handwerkskammer Südwestfalen

Das Werdohler Unternehmen Meschede & Co. GmbH ist für einen Ausbildungspreis des südwestfälischen Handwerks nominiert worden. Bereits das ist mit einem Preisgeld verbunden, doch es winkt noch mehr Geld.

Werdohl – Dirk Middendorf gibt nicht so schnell auf. Das gilt für den engagierten Handwerker aus Werdohl in vielen Bereichen, ganz besonders aber bei der Suche nach Auszubildenden. Dabei setzt er sich für die Integration von Geflüchteten oder Behinderten ein und unterstützt sie weit über den Berufsalltag hinaus.

Dank dieses Einsatzes wurde sein Unternehmen Meschede & Co. GmbH jetzt für den Ausbildungspreis des südwestfälischen Handwerks in der Kategorie „Soziale Verantwortung & Gesellschaftliches Engagement“ nominiert.

Mit der Bewerbung hatte Marketingmitarbeiterin Laura Duchi ihren Chef überrascht, der sich bei der Übergabe der Nominierungsurkunde durch Handwerkskammer-Geschäftsführer Fabian Bräutigam sichtlich freute: „Für mich war Ausbildung immer selbstverständlich, umso schöner, dass Sie jetzt hier sind.“

Dass weitaus mehr als Selbstverständlichkeit hinter der Ausbildung steckt, zeigen allein schon die Zahlen, mit denen die Firma Meschede aufwarten kann: Sechs Azubis gibt es zurzeit in dem insgesamt 37 Mitarbeiter zählenden Unternehmen, vier neue Auszubildende kommen in diesem Jahr dazu.

2018 hatte das noch ganz anders, schlechter ausgesehen. Middendorf fragte sich deshalb, wie er junge Menschen gewinnen könne. Daher sprach er die örtlichen Flüchtlingshelfer an. Seitdem gehören Geflüchtete beispielsweise aus Syrien, Afghanistan und Guinea-Bissau zum Meschede-Team.

Nicht alle haben – in erster Linie aus sprachlichen Gründen – die anspruchsvolle Ausbildung zum Elektrotechniker gemeistert. Drei von ihnen arbeiten aber dennoch als Helfer im Betrieb und „machen einen Gesellenjob“, wie es Middendorf formuliert. Wichtig sei, betont der Chef, nicht nur die fachliche Kompetenz: „Sie müssen selbst wollen, müssen menschlich reinpassen.“ Jeder bekomme eine Chance.

So bildet das Unternehmen mit insgesamt sieben verschiedenen Nationalitäten die Welt ab – und ist dabei eine große Familie. Das ist für Middendorf von besonderer Bedeutung und gleichzeitig Handlungsmaxime: Wenn Hilfe notwendig ist, setzt er sich ein. Sei es bei der Finanzierung von Führerscheinen oder bei der Suche nach einer Wohnung. Wer nicht mobil ist, darf ein Firmenfahrzeug mitnehmen. Besteht Förderbedarf, ist für Nachhilfe gesorgt. „Wir versuchen immer herauszubekommen, wo die Probleme liegen“, unterstreicht der Elektromeister und Betriebswirt Middendorf, „dafür nehmen wir uns Zeit und geben so schnell nicht auf.“

Wir versuchen immer herauszubekommen, wo die Probleme liegen, dafür nehmen wir uns Zeit und geben so schnell nicht auf.

Dirk Middendorf, Geschäftsführer von Meschede & Co.

Breit angelegt sind insgesamt die Maßnahmen zur Azubi-Akquise: Praktika, Schul- und Messebesuche, Einsatz eines Ausbildungsbotschafters oder Angebote von Umschulungen gehören dazu. Eng ist die Zusammenarbeit dabei mit Berufsschulen und -bildungszentren.

Auch der Inklusionsgedanke wird gelebt: So bekommt in diesem Sommer ein Abgangsschüler der Olper Förderschule für Hören und Kommunikation die Möglichkeit zur Ausbildung. Eine neue Herausforderung, der sich Middendorf aber gerne stellt.

Verbunden mit seiner Heimat, engagiert sich der Handwerksmeister auch in der Region: als Ratsmitglied und Sponsor der örtlichen Fußballvereine und Schulen. Letztere werden mit Laptops ausgestattet, die übrigens auch alle Auszubildenden bekommen.

Weitere innovative Ideen gibt es bereits und sollen im nächsten Jahr umgesetzt werden, wenn mit der vierten Generation Middendorfs Sohn Jonas in die Firma einsteigen wird. Damit ist die Zukunft des 1920 als Reparaturwerkstatt für Elektromotoren gegründeten Betriebs gesichert.

Dieses Engagement bescherte dem Unternehmen die Nominierung im Wettbewerb um den Ausbildungspreis des südwestfälischen Handwerks in der Kategorie „Soziale Verantwortung & Gesellschaftliches Engagement“, den die Handwerkskammer alljährlich in Kooperation mit den Kreishandwerkerschaften und unterstützt von Sponsoren auslobt.

Zur Urkundenübergabe besuchten Handwerkskammer -Geschäftsführer Fabian Bräutigam, Rüdiger Schnüttgen, Leiter Ausbildungswesen bei der Handwerkskammer, Christina Thiemann von der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis, sowie Sponsorenvertreter Tim Tröster für die Sparkassen Südwestfalens, den Betrieb an der Friedrichstraße. Mit der Nominierung darf sich die Firma Meschede schon jetzt über 500 Euro, gestiftet von der IKK classic, freuen. Ob daraus 2000 Euro Siegprämie werden, gestiftet von den Sparkassen Südwestfalens? Dieses Geheimnis wird erst am 23. September bei der feierlichen Preisverleihung in Iserlohn gelüftet.

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