Beier geht zum Ende des Jahres

WERDOHL ▪ Geschäftsführer Joseph Beier wird Ende des Jahres die Stadtwerke verlassen müssen. Der Aufsichtsrat hat am Dienstag einstimmig einer längerfristigen Weiterbestellung des 60-Jährigen nicht zugestimmt. Beier ist seit 15 Jahren Geschäftsführer der Stadtwerke Werdohl, vorher war er Tiefbauamtsleiter.

Von Volker Heyn

Am Dienstag stand die Weiterbestellung Beiers auf der Tagesordnung des Aufsichtsrates. Einen Tag vorher schon hatten Bürgermeister Griebsch und Aufsichtsratsvorsitzender Wilhelm Bettelhäuser Joseph Beier mitgeteilt, dass er auf keinen Fall weitere vier Jahre bis zu seiner Rente weiterbeschäftigt werde. Beier hatte vierzehn Tage Urlaub und wurde gleich am Montag zu Griebsch und Bettelhäuser gebeten.

Beiers Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2012, im Oktober wird er 61 Jahre alt. Er hatte schon im März des Jahres darum gebeten, seinen Vertrag über vier Jahre bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter im Jahre 2016 zu verlängern. Stattdessen wurde Beier am Montag von Griebsch und Bettelhäuser eine Vertragsverlängerung um sieben Monate angeboten, um in der Zeit einen Nachfolger einzuarbeiten. Diese Verlängerung lehnt Beier ab. Er wird also zum Jahresende die Stadtwerke Werdohl verlassen.

In erster Nachfrage wollte Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Bettelhäuser nichts zu der Personalie sagen. Er wolle sich vorsichtig verhalten, so Bettelhäuser. Nur soviel deutete er an: Der dem Aufsichtsrat weisungsberechtigte Hauptausschuss habe sich nicht für eine Weiterbeschäftigung ausgesprochen. Und: Es müssten in diesem Zusammenhang auch die „Wünsche“ der Mark-E „berücksichtigt“ werden. Die Mark-E ist mit 24,9 Prozent Anteilseigner der Stadtwerke. Es gibt einen Vertrag zur Geschäftsführung der Stadtwerke, der an dieser Stelle der Mark-E eine exklusive Mitbestimmung einräumt. Erst vor kurzem gab es Differenzen zwischen Mark-E-Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe und Geschäftsführer Beier wegen der zukünftigen Gasversorgung. Beier hatte einen alternativen Vorschlag zu dem der Mark-E eingebracht. Letztlich entschied sich der Aufsichtsrat, Werdohl weiter mit Gas durch die Mark-E beliefern zu lassen. Bettelhäuser am Dienstag dazu: „Joseph Beier ist beauftragt, gemeinsam mit dem Kommunalbeauftragten der Mark-E die Details des Gasliefervertrags auszuarbeiten.“

Mark-E-Sprecher Uwe Reuther kommentierte die Nachfrage, ob das Unternehmen eine Art Veto gegen Beier gezogen habe, auf diese Weise: „Der Aufsichtsratsbeschluss war einstimmig.“ Bürgermeister Griebsch wollte die Personalie nicht kommentieren und verwies auf Bettelhäuser, der aber auch nichts konkretes sagte.

Joseph Beier zeigte sich auf Nachfrage unserer Redaktion am Dienstag „erleichtert, dass ich endlich Klarheit habe“. Um die Zeit bis zu seiner Rente zu überbrücken, müsse er sich Ende des Jahres „etwas anderes“ suchen.

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