Kanal-Tüv nur im Wasserschutzgebiet

Rathaus Werdohl

WERDOHL ▪ „Für private Hausbesitzer ist die Kuh vom Eis“, meint Joseph Beier, der für die Stadt das Sondervermögen Abwasser verwaltet. Die nordrhein-westfälische Landesregierung werde aller Voraussicht nach in den nächsten Tagen entscheiden, dass die Dichtheitsprüfung für Abwasserleitungen nur noch in Wasserschutzzonen verpflichtend sein wird.

„Und in Werdohl gibt es keine Wasserschutzzone“, so Beier. Nicht gemeint sind die Hochwasserschutzbereiche an der Lenne, auch wenn die Begriffe ähnlich klingen.

Einvernehmlich hatte der Rat der Stadt Werdohl in Zusammenarbeit mit dem Sondervermögen Abwasser die für den Kanal-Tüv nötige Satzung auf 2014 verschoben. Beier: „Es hat sich ausgezahlt, dass die Stadt Werdohl das Ganze immer mit Augenmaß behandelt hat.“ Andere Städte hätten teilweise Personal eingestellt und Bürger die teilweise sehr teure Prüfung aufgezwungen. „In vorauseilendem Gehorsam“ hätten einige Werdohler ihren Anschluss überprüfen lassen, so Beier, einen Zwang dazu habe es in Werdohl aber nie gegeben. Für Gewerbebetriebe sei die Sache ganz gewiss nicht vom Tisch, meint Beier. Hier müssten die gesetzlichen Regelungen abgewartet werden.

„Seit 1995 eiern wir mit diesem Thema herum“, so Beier am Freitag auf Nachfrage des Süderländers. Von Anfang an sei die Dichtheitsprüfung für private Hausbesitzer „überzogen“ gewesen. Aus seiner praktischen Erfahrung heraus reagiere jeder Hausbesitzer automatisch, „wenn das Abwassser im Keller steht“. Die Mengen Abwasser, die durch Haarrisse ins Grundwasser gelangten, seien seiner Einschätzung nach eher gering.

Auch in Zukunft würden die Stadtwerke nicht durch die Vorgärten laufen und nach feuchten Stellen suchen. Beier: „Wenn uns allerdings etwas auffällt, werden wir tätig.“

Von Volker Heyn

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