Barrierefrei ist bei Werdohler Banken längst Alltag

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Jürgen Brill, Leiter Privatkundenmarkt Werdohl der Vereinigten Sparkasse, zeigt, wie der Geldautomat in der Hauptstelle mit Kopfhörer funktioniert.

Werdohl - Was an anderen Stellen der Republik noch diskutiert wird, ist in Werdohl längst Realität. Stichwort: Barrierefreiheit beim Besuch von Sparkassen und Banken und damit erhebliche Erleichterungen für Behinderte oder Senioren in der Abwicklung ihrer Bankgeschäfte.

In der Werdohler Hauptstelle der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis wurde mit den Umbauarbeiten im Jahr 2015 vieles behindertengerecht gestaltet. „Wir sind auf diesem Gebiet schon länger unterwegs, haben uns als Sparkasse selbst die Richtlinie auferlegt, die Geschäftsstellen behindertengerechter zu gestalten und setzen diese Maßnahmen sukzessive um“, sagte auf Anfrage unserer Zeitung Tomislav Majic, Leiter der Marketing Abteilung der Vereinigten Sparkasse.

Über den Eingang Freiheitstraße ist die Werdohler Hauptstelle barrierefrei über eine Rampe zu erreichen. Ebenso der Selbstbedienungsbereich, in dem die Kunden jeden Tag rund um die Uhr die Kontoauszugsdrucker oder Geldautomaten benutzen können.

Zusatztechnik für Blinde

Zwei dieser Automaten, an denen Ein- und Auszahlungen möglich sind, wurden nicht nur niedriger angebracht und sind damit beispielsweise auch für Rollstuhlfahrer einfach zu bedienen, sondern verfügen über Zusatztechnik für blinde und sehbehinderte Menschen. „Die Geräte sind mit einer Kopfhörer-Buchse ausgestattet und eine Computerstimme beschreibt dem Kunden alle erforderlichen Schritte, um an Bargeld zu kommen. Dabei kann der Kunde seinen Hauskopfhörer mitbringen und nutzen oder sich vor Ort einen Kopfhörer ausleihen“, erklärt Majic.

Um den Vorgang über das Bedienfeld abschließen zu können, sind einige Tasten zu besseren Orientierung mit Strichen oder Punkten gekennzeichnet.

Auf Bedürfnisse von Behinderten eingestellt

Einen dieser neuen Automaten hat die Sparkasse auch in ihrer Filiale in Kleinhammer, die ebenfalls barrierefrei zu erreichen ist, aufgestellt. „Und auch dort gehört es zu unserem Service, dass bei Bedarf ein Kopfhörer ausgeliehen werden kann“, sagt Majic. Insgesamt gebe es im Geschäftsgebiet der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis mittlerweile 14 dieser speziellen Automaten für sehbehinderte und blinde Menschen.

Auch die Geschäftsstelle in Werdohl der Volksbank im Märkischen Kreis ist auf die Bedürfnisse von Behinderten und Senioren gut eingestellt. So ist das Gebäude in der Innenstadt, Altes Dorf 8, ebenfalls barrierefrei zu erreichen. Im Inneren steht ein Aufzug zur Verfügung, um vom Erdgeschoss in die oberen Etagen oder den Keller zu kommen. „Dort haben wir unsere Schließfächer, die natürlich auch von unseren älteren und gehbehinderten Kunden immer wieder genutzt werden. Über den Aufzug sind die Schließfächer für jeden Kunden problemlos zu erreichen“, teilte die Volksbank im Märkischen Kreis auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Behindertenverbände hatten erst in der vergangenen Woche in unserer Zeitung bemängelt, dass noch viele Sparkassen und Banken beim Thema Barrierefreiheit Nachholbedarf hätten. Der Werdohler Praxistest zeigte jetzt: Auf diesem Gebiet ist die Stadt Werdohl einer der Vorreiter.

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