Den Begriff „Hilfe“ mit Inhalt füllen

Auch das Anlegen einfacher Verbände gehört zum dem Projekt auf der Funkenburg.

WERDOHL ▪ Den Mädchen und Jungen das Rüstzeug für die künftigen Lebensabschnitte vermitteln – das ist das Ziel des Erzieherinnen-Teams der Kindertagesstätte Funkenburg. Dazu gehört – wie vor kurzem berichtet – die Vermittlung erster Englisch-Kenntnisse aber auch ein spielerischer Unterricht zum recht weitläufig ausgerichteten Begriff Hilfe. Seit ein paar Wochen läuft auf der Funkenburg mit Unterstützung der Malteser das Projekt „Helfen ist cool“.

Kinder im Vorschulalter, so weiß Kita-Leiterin Silke Wiederspahn-Hopmann, „sind zunächst noch sehr mit sich selbst beschäftigt und lernen zunächst, ihre eigenen Bedürfnisse zu äußern und zu realisieren.“ Mitfühlen, Mitgefühl zeigen oder Hilfe anbieten seien Teile einer sozial-emotionalen Kompetenz, die für die Entwicklung der Kinder wichtig sei und deshalb auch gefördert werden müsse.

Bereits im Sommer habe man gemeinsam mit den kleinen Schützlingen überlegt, wie den neuen Kindern der Eintritt in den Kindergarten erleichtert werden könnte. Die Ideen der Kleinen wurden gesammelt. Dazu gehörte: Helfen beim Tasche öffnen, damit das Frühstück ausgepackt werden kann, Spielzeug zeigen und gemeinsam spielen, helfen beim Zähneputzen oder Händewaschen.

Silke Wiederspahn-Hopmann: „Es war zu beobachten, dass die Großen ihrer Verantwortung sehr ernsthaft nachkamen.“ Den Kleinen wurde nicht nur geholfen, sie seien auch beschützt worden. Andererseits lernten die Neuen, diese Hilfe anzunehmen und in ihren Paten ein Vorbild zu sehen, dem sie nacheifern wollten.

Ständige Begleiterin des Projektes „Helfen ist cool“ war Yvonne Beyer von den Werdohler Maltesern. Sie ist ausgebildete Erzieherin und beim MHD als ehrenamtliche Helferin im Betreuungsdienst tätig. Acht Einheiten von jeweils einer Stunde war sie jetzt auf der Funkenburg aktiv.

Seit 2009 – nach Abschluss ihrer Ausbildung – widmet sich Yvonne Beyer dem Malteser-Angebot „Abenteuer helfen“. Gemeint ist damit eine weitreichende Helferkette unter den Oberbegriffen helfen und trösten; immer begleitet durch die Handpuppe „Malte“, durch die das spielerische Element des Projektes betont wird. Zum Programm gehörte und gehört auch, wie Pflaster geklebt oder einfache Verbände angelegt werden, wie und wo Hilfe über den Notruf geholt wird und das Bauen einer sogenannten Trostbox – mit Taschentüchern und kleinen Trostgeschenken.

Lohn des Einsatzes sind von den Kindern selbst gefertigte Orden, auf denen sie Helferpunkte sammeln können. Zum Schluss bekommen die Kinder eine Urkunde sowie eine Mappe, in der alles enthalten ist, was sie im Laufe der vergangenen Wochen gelernt und sich selbst erarbeitet haben.

Rainer Kanbach

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