Führerschein mit 17

Rüdiger Fenner ist Fahrlehrer in Werdohl. - Fotos Peuckert

Werdohl -  Der 17-jährige Robin Schneider und die 16 Jahre alte Farina Passenheim gucken auf einen PC-Monitor. Sie wirken konzentriert, als sie Übungsfragen rund um das Thema Straßenverkehr beantworten.

Beide sind Schüler von Fahrlehrer Bastian Häring und gehören zu den Jugendlichen, die sich für ein begleitetes Fahren entschieden haben.

Begleitetes Fahren ist eine Sonderregelung in Deutschland. Dabei wird es Jugendlichen bereits mit 17 Jahren ermöglicht, eine Fahrerlaubnis zu erwerben. Diese ist jedoch mit der Auflage verbunden, dass die Fahranfänger eine Begleitperson bei sich haben. Begleitetes Fahren war ursprünglich ein Modellversuch des Landes Niedersachsen. Im Bundestag wurde im Juni 2005 ein Gesetzesentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes eingebracht. Es stand aber jedem Bundesland frei, ob es die Vorschriften anwenden das begleitete Fahren ermöglichen wollte. Niedersachsen hat die bundeseinheitliche Regelung zum 1. März 2006 übernommen. Nach und nach sind alle Bundesländer gefolgt.

Auch junge Werdohler haben das begleitete Fahren gut angenommen, wie die ortsansässigen Fahrlehrer Rüdiger Fenner und Bastian Häring erklären. Mit 16,5 Jahren könnten sich die Jugendlichen zur Fahrschule anmelden, sagt Fenner. Gerade in der Anfangsphase hätten sich 70 Prozent seiner Schüler für das begleitete Fahren entschieden. Inzwischen liege das Verhältnis bei 50 zu 50. Die Fahrschüler müssten beliebig viele Begleitpersonen benennen. Diese müssten mindestens 30 Jahre alt sein, fünf Jahre den Führerschein besitzen und dürften nach dem altem System nicht mehr als drei Punkte haben.

Bei der Ausbildung gebe es keine Unterschiede. So müssten die Schüler mindestens 20 Fahrstunden, davon zwölf Sonderfahrten, absolvieren. Bezüglich der Kosten kämen zum normalen Preis einmalig 8,30 Euro Verwaltungsgebühren pro Begleiter dazu.

Sowohl Rüdiger Fenner als auch Bastian Häring sind Befürworter des begleitenden Fahrens. So sei die Zahl der Unfälle von Fahranfängern aufgrund des begleitenden Fahrens zurückgegangen, erklärt Häring. Zudem würden weniger Jugendliche unter Alkoholeinfluss fahren. Denn: „ Beim begleiteten Fahren müssen die Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr die 0,0 Promille einhalten. Das ist dann so eingefahren, dass sie später auch nicht alkoholisiert fahren.“ Auch der Begleiter dürfe nicht alkoholisiert sein. Zudem müsse dieser immer seinen Führerschein dabei haben.

Dass die Fahrschüler beim begleiteten Fahren jünger sind als sonst, sei kein Nachteil. „Die meisten sind reif dafür. Man merkt auch, dass mehr Interesse dahinter steckt“, sagt Rüdiger Fenner. Auch sieht er eine bessere Chance, später einmal das Auto der Eltern zu bekommen, da sich diese als Begleiter einen Eindruck von den Fahrkünsten ihrer Kinder machen könnten. Für die Jugendlichen sei es oft ein sicheres Gefühl, jemanden neben sich zu haben.

Das sieht auch Robin Schneider so. „Ich möchte früh Erfahrungen sammeln und mit 18 sicher fahren“, sagt der 17-Jährige. Langsam ans Fahren gewöhnen will sich die 16-Jährige Farina Passenheim. Ihre Eltern wollen sie später begleiten. „Sie finden gut, dass ich das mache“, sagt sie. - jape

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