Viele Fragen bleiben bei Werdohler Flüchtlingen offen

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Die Kinder, die als Flüchtlinge nach Werdohl gekommen sind, spielen im Garten des ehemaligen Kindergartens am Kirchenpfad, während viele der Erwachsenen das Gespräch mit Lothar Jeßegus suchen, um sich über den Termin in Bochum zu informieren.

Werdohl - „Viele haben Angst vor dem Termin in Bochum. Sie befürchten, dass sie eventuell sofort in ihr Heimatland zurückgeschickt werden“, sagt Lothar Jeßegus.

Auch gestern, während eines der Begegnungstreffen der Flüchtlingshilfe Werdohl, musste Jeßegus viele Fragen beantworten und einigen der Betroffenen Mut zusprechen. Der 65-Jährige Jeßegus ist im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Stadt Werdohl beschäftigt und kümmert sich um Flüchtlinge. Diese standen gestern vor dem kleinen Büro des Bufdis am Kirchpfad Schlange, um mehr über das zu erfahren, was sie am 27. Juli beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Bochum erwartet. ´

Doch nicht immer gelingt es Jeßegus, die Fragen der Männer und Frauen zu beantworten. „Wir wissen selbst viel zu wenig, über das, was dort geplant ist“, stellt der Werdohler fest. Aus der Vergangenheit heraus könne man sich zwar grob vorstellen, welche Fragen die Flüchtlinge im Rahmen der Interviews zur Asylantragstellung beantworten müssten. „Mehr aber auch nicht“, sagt Lothar Jeßegus.

Einige der Flüchtlinge, die in Werdohl eine Zuflucht gefunden haben, könnten die kommende Woche dagegen kaum erwarten. „Sie freuen sich, dass es, teilweise nach vielen Monaten, nun endlich weitergeht und etwas passiert.“ Besonders die Menschen, die aus Syrien und dem Irak geflohen sind, seien optimistisch, erzählt Jeßegus: „Sie wissen, dass sie sehr wahrscheinlich in Deutschland eine Zukunft haben.“ Begleitet werden die 150 Männer, Frauen und Kinder von drei Mitarbeitern der Stadt Werdohl.

Darunter ist auch Michael Tauscher, der Koordinator der städtischen Integrations- und Flüchtlingshelfer. „Es ist schon eine logistische Herausforderung“, stellt er mit Blick auf die Busfahrt ins Ruhrgebiet fest. Auch ihn sprechen viele Flüchtlinge auf die bevorstehenden Interviews an. „Allerdings sind auch uns keine Details bekannt“, erklärte Tauscher.

Um den Flüchtlingen in Werdohl mehr Sicherheit zu geben und sie auf den Termin in Bochum vorzubereiten, bietet das Netzwerk Flüchtlingshilfe Werdohl in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Lüdenscheid am Donnerstag eine Informationsveranstaltung im Evangelischen Gemeindehaus an der Freiheitstraße an. Beginn ist um 20 Uhr. Dann will Michael Wirth vom Diakonischen Werk möglichst viele Fragen zum Thema Registrierung/Asylantragstellung beim Bamf beantworten.

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