Bedrohung durch riesige Felsbrocken

Riesige, tonnenschwere Felsbrocken drohen auf die B 236 zu stürzen.

WERDOHL ▪ Keine guten Nachrichten hat Hans-Peter Lüsebrink, der Leiter der Straßenmeisterei Herscheid, bei seinem Besuch am Freitag im Werdohler Rathaus im Gepäck gehabt: Die Felsen entlang der Bundesstraßen im Stadtgebiet bereiten große Sorgen. Das gilt insbesondere für die B 236 im Abschnitt zwischen Kettling, Bauckloh und Teindeln.

Dort, so teilte Rolf Prange, der zuständige Sachbearbeiter für Straßenverkehrsangelegenheiten des städtischen Baubetriebshofes mit, habe zwischenzeitlich eine Hangbegehung stattgefunden. Weitere Problemstellen seien dabei festgestellt worden. So drohen etwa 200 Meter vor der bekannten Schadensstelle größere Felsbrocken abzurutschen – in einer Dimension, die den ersten Fall noch bei weitem übertrifft.

Der erste Augenschein, so Rolf Prange, habe offenbar schon zu der Überlegung geführt, die Bundesstraße für den gesamten Fahrzeugverkehr zu sperren. Mit Hochdruck werde nun daran gearbeitet, die neu gefundene Steinschlagzone ebenfalls zunächst mit Containern auf einer Länge von 60 Metern abzusichern. Das ist im besonders kritischen Abschnitt oberhalb der Lothmecke-Kurve zwischenzeitlich geschehen.

Da jedoch wegen der fehlenden Aufstellfläche für die Fahrzeuge zwischen der ersten und zweiten Schadensstelle keine zweite Lichtzeichenanlage installiert werden könne, werde der vorhandene Ampelbereich auf fast 350 Meter verlängert. Dort, wo keine Container stehen, wurden Warnbaken aufgestellt.

Das alles werde sich insbesondere auf den Berufsverkehr zwischen Werdohl und Plettenberg auswirken. Mit nicht unerheblichen Auswirkungen – sprich Wartezeiten – sei zu rechnen, hieß es. Erschwert wird die Situation durch die Tatsache, dass zurzeit die Sanierung des östlichen Widerlagers der Bahnüberführung (Posten 40) läuft. Auch hier wird der Verkehr durch Ampeln an der Baustelle vorbei geleitet und bilden sich lange Schlangen. Berufspendler sind daher gut beraten, mindestens eine Viertelstunde mehr für ihre Fahrt einzuplanen.

Der Landesbetrieb Straßen NRW sei bemüht, die neue Gefahrenstelle schnell abzusichern und zusätzlich begutachten zu lassen, damit zeitnahe weitere Maßnahmen ergriffen werden können. Allerdings, so Prange, dürften die bevorstehenden Verkehrseinschränkungen über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben.

Unabhängig von den aktuellen Problemen auf der B 236 in Richtung Plettenberg seien im Lenne- und Versetal in den vergangenen Wochen umfangreiche Hangräumungsarbeiten durchgeführt worden, um die Sicherheit auf den Bundesstraßen gewährleisten zu können. Die Fachleute haben dabei festgestellt, dass zunehmende Felsbewegungen zu verzeichnen seien und überall neue Risse in den Felsen zu sehen waren.

Pranges Vermutung geht in diesem Zusammenhang in die Richtung, dass die Folgen des Orkans Kyrill eine Rolle spielen. Die Bodenerosion habe stark zugenommen, weil die Böden auf den Berghöhen das Wasser nicht mehr so gut aufnehmen und es schneller in die Täler abgeleitet werde. Frost, Tauwetter und Starkregen begünstigen nach seiner Sicht diese Entwicklung.

Rainer Kanbach

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