Bedrohung durch Felsen

Die Hangsicherung an der B 229 in Eveking hat oberste Priorität. Sie soll im September beginnen.

WERDOHL ▪ Durch Geologen und Gutachter ist festgestellt worden, dass es entlang der B 229 im Versetal – insbesondere im Bereich der Einmündung zur Brückenstraße und in Höhe des ehemaligen Feuerwehr-Gerätehauses in Eveking – lose Felsformationen gibt, die unbedingt abgesichert werden müssen. Auf der Prioritätenliste des Landesbetriebes Straßen NRW steht diese Maßnahme, die Anfang September in Angriff genommen werden soll, noch vor der Hangsicherung entlang der B 236 am Bauckloh und Kettling.

Zurückgestellt wird damit die im Versetal geplante Straßendecken-Erneuerung, die in 20 Abschnitte aufgeteilt werden sollte. Straßen NRW hatte in diesem Zusammenhang deutlich gemacht, dass Hangsicherung vor Straßenbau gehe und deshalb beide Maßnahmen entsprechend koordiniert werden müssten – unabhängig davon, dass die mit dem Auftrag betraute Straßenbaufirma mit ihren Kapazitäten derzeit noch in Altena gebunden ist.

Rund einen Monat wird die Notfallmaßnahme an der B 229 in Eveking in Anspruch nehmen, teilte Rolf Prange (zuständig für Straßenverkehrsangelegenheiten beim Baubetriebshof) nach einem Gespräch bei der Straßenmeisterei Herscheid mit.

Mit einer Dreiphasenampel soll der Verkehr auf der B 229 und Brückenstraße in der Bauphase geregelt werden. Die Bushaltestelle der MVG in Fahrtrichtung Lüdenscheid (im Felshang) soll dann voraussichtlich auf die Freifläche vor dem ehemaligen Feuerwehr-Gerätehaus verlegt werden.

Da jede Fahrspur über Ampelbetrieb einzeln geregelt werde, könne der Linienbus nach Lüdenscheid aus dem Verkehrsfluss heraus die Straße queren, um wartende Fahrgäste aufzunehmen oder abzusetzen. Mit der nächsten Grünphase haben die Busse dann freie Fahrt. Die Fahrgäste der MVG brauchen auf diese Weise keine Fahrbahn überqueren und stehen sicher außerhalb des Baustellenbereiches.

Parallel zu dieser Sicherungsmaßnahme, so die von Rolf Prange weitergegebene Information, sollen zwischen Altenmühle und der Osmecke die Deckenerneuerungsarbeiten begonnen werden. Hier wird allerdings noch nach einer praktikablen, planerischen Lösung gesucht, denn drei Ampelanlagen gleichzeitig in einem etwa fünf Kilometer langen Straßenabschnitt dürften für das Versetal und die Verkehrsteilnehmer kaum zu verkraften sein, teilte der Werdohler Verkehrsexperte mit.

Erst nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen an der B 229 in Eveking sollen dann die wichtigsten Schadstellen an der B 236 in Richtung Plettenberg beseitigt werden. Wegen der recht langen Strecke und dem hier zu erwartenden, hohen Aufwand sind für den Abschnitt Kettling und Bauckloh rund zehn Monate Folgearbeiten angesetzt.

Nicht ganz so akute Hangabschnitte sollen im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. In dieses Zeitfenster gehören auch noch zwei weitere Maßnahmen: Der jetzt noch mit Betongleitwänden abgesicherte Bereich der B 236 zwischen Ütterlingser Viadukt und Höllmecke und die Auffahrt der B 229 (gegenüber der Firma ThyssenKrupp VDM) in Richtung Neuenrade.

Hier sind Arbeiten erforderlich, die den Verkehr nicht unerheblich behindern können, wie Rolf Prange feststellt. Eine Kombination der Maßnahme mit dem geplanten Kreisverkehr und der Erneuerung der Hangbrücke 400 Meter oberhalb sei nicht möglich. Dies um so weniger, als die Planung für die Hangbrücke noch nicht weit genug fortgeschritten sei. Selbst die Ausschreibung der Baumaßnahme ist noch offen. Der für März 2011 ins Auge gefasste Baubeginn rückt weiter nach hinten.

Trotz allem: Da die Sicherung des Steilhanges an der Einmündung Plettenberger- und Neuenrader Straße und der Hangbrücke nicht warten können, sei auch hier ab Frühjahr 2011 – in anderem Zusammenhang – mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

Rainer Kanbach

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