Beben auf dem Köstersberg

Auch Lehrer Michael Stenski musste krabbeln, balancieren und hüpfen.

WERDOHL ▪ Der Tag vor dem großen Tag: Eine Stunde lang bebte Donnerstagmorgen ab 8 Uhr der Köstersberg, war der obere Teil der Brüderstraße „belagert“ und durch Flatterband abgesperrt, schrillten Trillerpfeifen und hämmerte heiße Musik über die Lautsprecher am Parkplatz an der Dreifachturnhalle. 88 Jugendliche der Abschlussklassen der Realschule hatten zum Schulsturm geblasen.

Verbunden war der lautstarke aber immer fröhliche Spuk – auch unter den Augen vieler Mitschüler aus den unteren Klassen – mit allerlei Aufgaben, die von den Lehrern zu bewältigen waren. Pärchenweise wurden sie in Verkleidung über einen Sport-Parcours geschickt, nachdem sie sich zunächst auf einem „Laufsteg“ präsentiert hatten. Danach hieß es kriechen, balancieren, über einen Bock hopsen und dabei immer eine gute Figur machen.

Das Finale verlief eigentlich wie immer – fast. Rektor Bernd Bunge und einige seiner Kollegen mussten in vorbereiteten Kübeln den Schulschlüssel suchen. Eigentlich einfach – wenn da nicht so ein wenig Appetit anregendes Gemisch aus Ketchup, Majo, rohen Eiern und undefinierbaren anderen Dingen gewesen wäre, in dem der Schlüssel sein sollte.

Mit spitzen Fingern wurde in dieser bunten Matsche herumgewühlt. Kein Schlüssel! Und am Ende kam das Bekenntnis: „Wir haben auch keinen versteckt“. Das Szenario verlagerte sich ins Schulgebäude, deren Fenster weitgehend durch Zeitungsseiten verklebt waren. Später verlagerte sich das Geschehen in die Stadt und zum gemeinsamen Treffpunkt, wo noch ausgiebig gefeiert werden sollte.

Freitag findet dann die Entlassfeier statt. 44 Schülerinnen und Schüler haben die Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe geschafft, 39 die Fachoberschulreife. Fünf weitere haben den Hauptschulabschluss – und für vier Jugendliche stehen noch Nachprüfungen an.

Sicher ist: 31 Entlass-Schüler werden nach den Ferien in eine gymnasiale Oberstufe wechseln, 28 wollen ihre Schullaufbahn an einer Fachoberschule fortsetzen und 28 gehen in den Beruf.

Rainer Kanbach

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