Noch bis 2021

Baustellen-Eskalation: B 229 bleibt länger einspurig als gedacht

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Werdohl - In weniger als zwei Wochen soll mit der Höhenweg-Sanierung die nächste Eskalationsstufe im städtischen Baustellenwahnsinn beginnen. Als Umfahrungsroute soll die B 229 durch das Versetal dienen, auf der sich aber gleich zwei Gasbaustellen befinden. Und die dauern noch länger als gedacht.

Der Baustellen-Dschungel in und rund um Werdohl soll mit der Sperrung des Höhenwegs Mitte Juli noch einmal größer werden. Die zeitliche Überschneidung der Maßnahmen erhitzt schon seit mehreren Monaten die Gemüter der Werdohler und Berufspendler. Für kurze Zeit stand nun die Frage im Raum, ob eine der Gasbaustellen an der Bundesstraße 229 (am Blechhammer und in Bärenstein) für die Dauer der Höhenwegsanierung pausiert werden soll, um einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die B 229 dient nämlich als Umfahrung des Höhenwegs.

Ordnungsamt bei Baubesprechung nicht anwesend

Wie Westnetz jetzt mitteilte, wird diese Idee vorerst nicht in die Tat umgesetzt. Vertreter des Ordnungsamtes seien nicht zur Baubesprechung erschienen, bei der man sich mit dem weiteren Vorgehen befassen wollte, schildert Westnetz-Sprecherin Julia Snelinski. Warum das Ordnungsamt bei der Baubesprechung fehlte, ist nicht bekannt. Leiterin Andrea Mentzel war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Nun wird jedenfalls wie geplant weitergebaut. Der Verkehr fließt in den zwei Bereichen weiter einspurig.

Ein Zustand, der Martin Hempel, Leiter des städtischen Tiefbauamtes vorerst nicht in Sorge versetzt: „So lange die Ampeln vernünftig geschaltet werden, gehe ich nicht davon aus, dass es zu übermäßig langen Rückstaus kommen wird“, ist Hempel vorsichtig optimistisch. Er hofft auch, dass das Verkehrsaufkommen in den vier Wochen Höhenweg-Bauzeit wegen der Ferien einigermaßen überschaubar sein wird. Losgehen soll es am Höhenweg Mitte Juli.

Auch die Bahn hat ihre Finger im Spiel

Ob der 15. als Startdatum gehalten werden kann, hängt unter anderem von der Deutschen Bahn (DB) ab. Denn neben den zahlreichen Straßenbaustellen, wird gerade auch das Schienennetz in Werdohl saniert. Abellio kann daher auf der Ruhr-Sieg-Strecke, also zwischen Letmathe und Werdohl, nicht wie gewohnt fahren. Der eingerichtete Schienenersatzverkehr führt über den Höhenweg – die B 236, die sonst als direkter Weg nach Altena dient, ist wegen einer Gasbaustelle von Open Grid gesperrt.

So lange der Schienenersatzverkehr läuft, könne Straßen.NRW nicht mit der Sanierung des Höhenwegs beginnen, erklärte Andreas Berg als Sprecher des Landesbetriebs. Die Baustelle wird also erst eingerichtet, sobald wieder Züge über die Ruhr-Sieg-Schiene rollen. Vonseiten der Bahn ist bisher noch geplant, dass die Arbeiten zum 15. Juli fertig sein sollen. Dann könnte Straßen.NRW noch knapp planmäßig starten. Die Zeitfenster sind auf Kante genäht.

Empörte Einwohner beschweren sich

Für die Planungen der Baustellen in Werdohl erntet Straßen.NRW gerade viel Kritik. Andreas Berg berichtet, dass sich auch bei ihm schon Anwohner gemeldet hätten, die die Kompetenz des Landesbetriebs infrage stellten. Er kann nur vorsichtig beschwichtigen: „Gewisse Parallelitäten sind auch bei der langfristigen Planung manchmal nicht zu vermeiden.“ Verstehen kann er den Ärger aber schon.

„Wenn der Höhenweg dicht ist, ist keine Straße nach Werdohl mehr frei befahrbar. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Anwohner darüber erbost sind“, bringt auch Westnetz-Sprecherin Julia Snelinski ihr Verständnis zum Ausdruck. Es handele sich aber um die Sanierung einer wichtigen Grundversorgungsleitung, die eine gewisse Dringlichkeit hat. Das dürfe man bei allem Ärger nicht vergessen. Insgesamt wird die überregionale Hochdruck-Versorgungsleitung auf einer Länge von acht Kilometern erneuert.

Die zwei Baustellen an der B 229 sollen ungefähr in einem Drei-Wochen-Rhythmus weiter in Richtung Werdohl wandern. Ziel sei es, bis Anfang 2021 mit den Baumaßnahmen fertig zu sein, wie Westnetz mitteilte. Straßen.NRW sprach zuletzt davon, dass der Verkehr zumindest am Blechhammer schon Mitte August wieder ungehindert fließen könne. Mitte August werde die Baustelle am Blechhammer aber lediglich ihren Standort wechseln, vermutet Julia Snelinski.

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