Baustelle ohne Lagerplatz

Die ersten Moniereisen sind schon gesetzt, der Rohbau beginnt auf der Insel-Baustelle.

WERDOHL - Frost nervt viele Menschen: Das Auto muss morgens frei gekratzt werden, der Wecker klingelt entsprechend früher. Und auch das Fahren ist zusehends weniger ein Vergnügen in diesem Tagen. Siegmund Wiels dagegen freut sich.

Von Michael Koll

Er ist von Beruf Polier und hat derzeit die Oberaufsicht auf der Inselbaustelle, wo ein Edeka-Markt entstehen soll. „Wir gießen momentan die Fundamente und bereiten die Grundfläche vor, das heißt das Fundament wird auf Höhe aufgeschottert“, erklärt der 50-Jährige. „Und da ist es gut, wenn Frost herrscht. Dann rutscht der Schotter auch nicht wieder ab.“

Zwölf Mitarbeiter hat Wiels auf der Werdohler Baustelle derzeit. Die eine Hälfte kommt – wie er – von der Firma List Bau, die andere von der Firma Lahrmann. Letztere sind für den Rohbau zuständig, List für den Rest der Arbeiten.

„Die Mitarbeiter kommen teilweise hier aus der Region“, verrät Wiels, „die anderen aus dem Dortmunder Raum.“ Übernachten müsse von denen keiner in Werdohl. Der Polier selbst allerdings kommt aus Nordhorn und weilt derzeit im Haus Werdohl, wo er sich auch wohhl fühle.

Gearbeitet wird täglich von 7.30 bis 17 Uhr, inklusive einer Stunde Mittagspause. Extra lange Schichten wegen des bevorstehenden Wintereinbruchs seien nicht nötig. „Einerseits rühren wir den Beton, wenn es kalt ist, einfach mit warmen Wasser an. Andererseits können wir bis zu minus zehn Grad Celsius auch noch gut hier arbeiten“, bleibt Wiels gelassen.

Ärgerlicher sei da schon, dass es auf der Baustelle keinen Lagerplatz gebe. „Das ist hier ganz sensibel mit den Autos auf der Straße.“ Solche Bedingungen fände er nur „auf rund jeder elften Baustelle vor – immer, wenn wir mitten in einer Stadt sind. Aber dann müssen wir halt schrittweise bauen.“

Am heutigen Mittwochmorgen werde ab 7 Uhr der große Kran aufgestellt. „Der wird von einem zweiten Kran in die Mitte des späteren Gebäudes gehoben.“ Dort werde er, nachdem letztlich das Dach aufgelegt wurde, im Sommer 2014 von eben diesem zweiten Kran auch wieder herausgehoben.

Neben den Fundamenten und dem Schotter werden derzeit auch die (Ab-)Wasserleitungen verlegt. „Aber das ist kein Knochenjob mehr, das war es früher“, erläutert Wiels. „Heutzutage wird das meiste ja mit Maschinen gemacht. Auch die großen Steine werden beim Mauern maschinell gesetzt“, verrät er. Die Kalksandsteine sind einen Meter mal 50 Zentimeter mal 24 Zentimeter groß.

Positiv an der Werdohler Baustelle sei laut Wiels die Zusammenarbeit der beiden beteiligten Firmen. „Und auch mit den örtlichen Behörden kommen wir bestens zurecht.“ Selbst aus der Bevölkerung kämen bisher keine Beschwerden. Wiels verspricht den Bürgern dann auch: „Wir bemühen uns, den Straßenverkehr nicht unnötig aufzuhalten.“

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