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B236: Behelfsbrücke im März fertig

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Von: Maximilian Birke

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Erdarbeiten finden zurzeit in unmittelbarer Nähe des Pumpenherstellers Brinkmann statt. Dort entsteht eins der Widerlager für die Behelfsbrücke.
Erdarbeiten finden zurzeit in unmittelbarer Nähe des Pumpenherstellers Brinkmann statt. Dort entsteht eins der Widerlager für die Behelfsbrücke. © Birke, Maximilian

Am Lenneufer laufen die Arbeiten für den Bau einer Behelfsbrücke auf Hochtouren. Schon im März soll darüber laut derzeitiger Planung der Verkehr rollen, wie der Landesbetrieb Straßen.NRW auf Anfrage bekannt gab.

Werdohl – Die Behelfsbrücke wird für den Bau der neuen Brücke benötigt, weil die Tragfähigkeit der alten Lennebrücke nicht mehr voll gegeben ist. Schon seit mehr als sieben Jahren ist daher eine Fahrspur gesperrt. Der Verkehr wird seitdem mit einer Baustellenampel geregelt.

Widerlager in Arbeit

In dieser Woche soll die ausführende Baufirma Rempke aus Hagen mit dem Bau des Widerlagers auf der Uferseite bei Pumpenhersteller Brinkmann beginnen, berichtet Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg auf Nachfrage unserer Zeitung. Brinkmann hat dem Landesbetrieb einen Teil seines Geländes zur Verfügung gestellt, damit die Maßnahme durchgeführt werden kann.

Bei einem Widerlager handelt es sich um einen massiven Unterbau, der den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellt. In den vergangenen Wochen wurden hierfür bereits umfassende Erdarbeiten durchgeführt. Die Bezirksregierung Arnsberg ließ zudem eine Kampfmitteluntersuchung durchführen.

Wie ein Arbeiter vor Ort erklärte, wird der Untergrund für den Bau der Widerlager zunächst bis auf den Flusskies abgetragen. Im Anschluss wird Baumaterial – unter anderem Schotter – eingebaut, um den Untergrund tragfähig zu machen und das Abfließen von Wasser zu gewährleisten.

Spundwand schützt Ufer

Auf der gegenüberliegenden Uferseite haben die Arbeiten im Untergrund bereits stattgefunden und sind fertiggestellt, so berichtete der Firmenvertreter. Dort sollen als nächstes sogenannte Spundwände installiert werden. Hierbei handelt es sich um Stahlwände, die ähnlich ausgeformt sind wie Wellbleche und die dazu dienen, einen Wassereintrag in die Widerlager und den Unterbau zu verhindern. Strömendes Wasser trage mit der Zeit Material ab und könne so Schäden an dem Bauwerk verursachen, erklärte Andreas Berg. Im Fachjargon bezeichne man dies auch als Auskolken, die Spundwände dienen demnach als sogenannter Kolkschutz. Sie sind nur auf der Ütterlingser Uferseite notwendig. „Die Lenne macht an der Stelle eine Kurve. Der Kolkschutz wird auf der Kurvenaußenseite gebaut“, so Andreas Berg.

Ein Spundwandkasten soll zudem im Flussbett der Lenne entstehen, wo die Behelfsbrücke auf einem zusätzlichen Pfeiler aufliegen wird. Auch dieser muss vor der Strömung geschützt werden.

Ab Dezember werden parallel schon erste Stahlbauarbeiten für die Brücke stattfinden, sagt Berg. Die Behelfsbrücke, die für Werdohl vorgesehen ist, trägt den Namen SSL 80. „So eine Brücke haben wir zum Beispiel auch in Meinerzhagen an der Bundesstraße 54 eingesetzt“, berichtet Berg. Gut zwei Monate sollen die Stahlbau-Arbeiten dauern, für die auch ein spezieller 500-Tonnen-Kran zum Einsatz kommen muss.

Abriss der alten Brücke ebenfalls im März

Später wird die Brücke auf den Widerlagern befestigt. Straßen.NRW geht aktuell davon aus, dass das Bauwerk bis März 2022 fertiggestellt und befahrbar sein wird. Hierfür sind auch Straßenbauarbeiten notwendig, denn die Behelfsbrücke entsteht (von Werdohler Seite aus gesehen) rechts der alten Lennebrücke. Demnach muss an beiden Enden jeweils ein kleiner Schlenker asphaltiert werden, damit die Autos das Behelfsbauwerk auch erreichen können.

Sobald der Verkehr darüber fließt, werde mit den Abrissarbeiten der alten Lennebrücke begonnen, gibt Andreas Berg einen weiteren Ausblick.

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