850.000 Euro für den Rad-Tourismus

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Arbeiten über der Lenne: Polier Klaus Stratmann sichert den Steg, den die Arbeiter viele Male täglich nutzen, um ans andere Ende der neuen Brücke zu gelangen, mit einem Geländer.

Werdohl - Die neue Baukloh-Brücke hat inzwischen Gestalt angenommen. Das Wetter hat Klaus Stratmann, dem Polier der bauausführenden Firma Pollmann, und seinem Team in den vergangenen Monaten in die Karten gespielt.

„Von Winter keine Spur“, stellt Stratmann fest – und freut sich, dass der Zeitplan bisher stimmt. Das verdanken die Fachleute aber nicht nur den milden Temperaturen, auch vom üblichen Lennehochwasser sind sie bisher verschont geblieben.

Die großen Bleche, die vorsorglich zum Schutz des Brückenrohbaus im unteren Bereich angebracht wurden, können wohl demnächst entfernt werden. „Sie sollten die Bauteile zum Beispiel vor großen Ästen schützen, die im Hochwasser treiben“, erläutert der Polier.

Inzwischen sind die Widerlager – sie bilden den Übergang vom Erddamm zum Brückenüberbau – fertig gestellt, ebenso die Stahlkonstruktion und die Schalung, also die Gussform, in die der Beton gegossen wird. Zuvor werde allerdings eine Stahlarmierung, die später den Beton verstärken soll, eingelegt, erklärt Stratmann. „Mitte der kommenden Woche wollen wir dann betonieren“, berichtet der Polier weiter.

Dann müsse der Beton erst einmal in Ruhe aushärten. Je nach Wetterlage könne das circa drei Wochen dauern. Dann wird die Schalung entfernt. Fertig ist die neue Brücke dann allerdings noch lange nicht. Unter anderem müssen noch die Kappen, an denen später auch das Geländer montiert wird, im Unterbau verankert werden. „Das ist viel Arbeit“, stellt Klaus Stratmann fest.

Verabschieden werden sich die Arbeiter aus Neubeckum im Münsterland nach dem Brückenbau noch nicht: Sie übernehmen auch den Bau des Radweges, der von der Brücke bis zum Wendehammer am Ende der Gewerbe-straße führen soll. „Im September soll das dann alles endgültig fertig sein“, berichtet der Polier.

Für den Bau der Brücke und die Erstellung des rund 265 Meter langen Radweges seien insgesamt 850.000 Euro veranschlagt, berichtet Michael Overmeyer, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. In erster Linie sei die Brücke für Radfahrer bestimmt, wobei natürlich auch Wanderer den Lenne-Überweg nutzen können.

Autofahrern ist das Befahren der Brücke nicht erlaubt – lediglich die Anwohner des Gutes Bockeloh dürfen das Bauwerk nutzen. „Das war auch in der Vergangenheit so“, stellt Overmeyer fest.

Apropos Vergangenheit: Gestalterisch werde die neue Brücke dem alten Bauwerk teilweise ähneln, verrät er: „Das Brückengeländer und die Außenansicht soll dem Fachwerk nachempfunden werden.“ Der Sprecher des Landesbetriebs ist mit dem bisherigen Baufortschritt mehr als zufrieden. „Wir haben im September 2013 dort begonnen, und wenn es so weiter geht, können wir sogar schon vor September fertig werden.“

Das sei auch mit Blick auf die Radfahrer wichtig, die jetzt an der Bundesstraße entlangfahren. „Dann sind sie in Höhe des Gutes Bockeloh raus dem Gefahrenbereich.“ Was den Lückenschluss zu dem Radweg angeht, der auf Plettenberger Gebiet in Teindeln beginnt, gebe es bisher allerdings keine Neuigkeiten. erklärt Overmeyer. - Von Carla Witt

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