1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Wegen einer Treppe muss Bauingenieurin umplanen

Erstellt:

Von: Jona Wiechowski

Kommentare

Die Baustelle befindet sich im hinteren Teil der Hesmecke.
Die Baustelle befindet sich im hinteren Teil der Hesmecke. © Wiechowski, Jona

In Werdohl wird auf gut 130 Metern ein neuer Abwasserkanal verlegt. Die Arbeiten zwischen Uferstraße und Hesmecke laufen seit einigen Wochen – und das soweit schneller als geplant. Spektakulärster Teil ist sicherlich die Verlegung eines gut 25 Meter langen Stücks im Bereich der oberen Treppe des Fußwegs Himmelsleiter. Dort gestaltet sich die Sache nun etwas schwieriger.

Werdohl – Denn geplant hatte die Stadt Werdohl, unter der Treppe mit dem sogenannten Spülbohrverfahren arbeiten zu können. Damit können Rohrleitungen unterirdisch verlegt werden, ohne einen Graben ausheben zu müssen. Aber das Ganze hat einen Nachteil: „Die Erschütterungen wären zu groß gewesen“, erklärt Nina Hoffmann, Bauingenieurin bei der Stadt. Diese hätten die Treppe möglicherweise beschädigen können. Da es aber Ziel war, die Treppe zu erhalten, entschied man sich schließlich für eine sogenannte „Stahlrohrpressung“.

Die Vorbereitungen dazu wurden Anfang vergangener Woche getroffen mit einer Baugrube, die die Treppe an der Hesmecke freilegte. Mithilfe von Druckluft brachten Mitarbeiter der Firma Spiekermann Stück für Stück ein Rohr in die Erde unter der Treppe, in das später der eigentliche Abwasserkanal hätte gelegt werden sollen. Nach einem guten Meter war allerdings Schluss – denn es ging nicht weiter.

Das Rohr befand sich mehr oder weniger in einer Zwickmühle: Nach oben konnte der Winkel wegen der Treppe nicht verändert werden. Weiter runter wäre theoretisch kein Problem, „dann müssten wir unten nur die Baugrube tiefer graben“, erklärte Hoffmann. Bei „runter“ drohte das Rohr allerdings einen Hausanschluss zu treffen. Also wurden die Arbeiten am Mittwoch kurz nach dem Start schon wieder beendet.

Nachdem sich Nina Hoffmann und Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel die Baustelle noch einmal anschauten und mehrere Alternativen erwogen hatten, stand am Freitag zumindest ein Plan fest, wie es weitergehen könnte: „Wir wollen es nochmal mit der Stahlrohrpressung versuchen.“

Der Unterschied: Diesmal soll diese rechts neben der Treppe durchgeführt werden. Da dafür aber auf Privatgelände gearbeitet werden muss, liefen erst noch Gespräche mit dem Eigentümer.

Die Baustelle befindet sich im hinteren Teil der Hesmecke.
Per Stahlrohrpressung sollte eigentlich Platz geschaffen werden für das neue Abwasserrohr, das auf rund 25 Metern unter die Treppe des Fußwegs Himmelsleiter gelegt werden soll. Gut einen Meter ging das gut. Dann musste vorerst abgebrochen werden. © Wiechowski, Jona

Bisher liefen die Arbeiten zwischen Uferstraße und Hesmecke sehr gut. „Wir sind wesentlich schneller als gedacht“, so Hoffmann. Die erforderlichen Arbeiten in mehreren Gärten waren abgeschlossen. Begonnen hatten die Arbeiten vor rund zwei Wochen, die neben dem neuen Abwasserkanal auch Neuerungen am Fußweg Himmelsleiter abdecken, der Hesmecke und Uferstraße verbindet. Der ist in die Jahre gekommen und soll auf großen Teilen erneuert werden – mit neuem Pflaster, neuem Geländer und neuen Lampen.

Von vornherein war auch geplant, Teile wie etwa die Treppe im oberen Bereich erhalten zu wollen. Insgesamt kosten die Arbeiten Kanal und Fußweg rund 280.000 Euro.

Auch interessant

Kommentare