Mehr Häuser gebaut, doch die Gewerkschaft mahnt

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In größerem Umfang gebaut werden könnte derzeit in Werdohl allenfalls im Neubaugebiet Düsternsiepen. Aber auch dort liegen noch viele Grundstücke brach.

Werdohl - Im vergangenen Jahr wurden kreisweit insgesamt 364 Wohnungen gebaut – darunter 129 in Ein- und Zweifamilienhäuser. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 53 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die IG Bau Westfalen Mitte-Süd beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

IG-Bau-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“

Dazu sei es erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen.

Sozialen Wohnungsbau fördern

Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt.

Zudem fallen pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

„Bau braucht Perspektive und Gewissheit“ 

„Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette die notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Kreft. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Wichtiger Konjunkturmotor

Genau diese Signale fehlten allerdings in der Wohnungsbaupolitik: „Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch im Märkischen Kreis“, sagt Kreft.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2018 bundesweit rund 285 000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375 000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so die IG Bau.

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