Baubetriebshof streicht die Segel

Das Silo auf dem Bauhof-Gelände ist leer; die Ladung auf den Streufahrzeugen wird nur gegen Glatteis eingesetzt.

WERDOHL - Die schriftliche, per E-Mail verschickte Mitteilung von Straßenmeister Uwe Bettelhäuser an seinen Fachbereichsleiter Bernd Mitschke und an Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel war am Dienstagmittag eindeutig: Der Bauhof ist nicht mehr in der Lage, den Winterdienst aufrecht zu erhalten.

Schnee schieben sei zwar noch möglich, doch der Streudienst müsse die Segel streichen. Zwar habe man von Straßen NRW am Dienstag noch einmal für alle Streufahrzeuge Salz erhalten, doch das, so erläuterte Bettelhäuser, sei als Reserve für den Fall gedacht, dass es tatsächlich zu Glatteisbildung auf den Werdohler Straßen kommen sollte – wie es in den Vorhersagen des Wetterdienstes für den Zeitraum von Dienstag auf Mittwoch geheißen hat.

Erste Konsequenz aus dieser Entwicklung: Rainer Gumz, der Leiter der Verwaltungsabteilung Schule, Kultur und Sport, teilte telefonisch mit, dass am heutigen Mittwoch alle Werdohler Schulen geschlossen bleiben und damit kein Unterricht stattfindet. Geschlossen bleiben zudem auch die städtischen Kindergärten. Die Sicherheit sei nicht zu gewährleisten. Welche Entscheidung im Rathaus für Donnerstag getroffen werden muss, soll heute geregelt werden, teilte Rainer Gumz ergänzend mit.

Im Gegensatz zu den städtischen bleiben die konfessionellen Kindergärten geöffnet. Man habe, so hieß es in St. Michael und St. Bonifatius, vom Träger (Bistum) bisher keine Nachricht über eine andere Verfahrensweise, hieß es übereinstimmend. Den Eltern stehe es aber frei, ihre Kinder zu Hause zu lassen, wenn sie um deren Sicherheit fürchten. Auch das Awo-Familienzentrum „Sonnenschein“ in Pungelscheid hat heute normalen Betrieb.

Derweil hier die Weichen gestellt sind, wird beim Baubetriebshof verzweifelt nach Lösungen gesucht, wie der Winterdienst zumindest einigermaßen gewährleistet werden kann. „Wir versuchen, Granulat zu bekommen, um damit die Straßen abzustumpfen“, teilte Bürgermeister Siegfried Griebsch auf Anfrage mit. Allerdings war der Straßenmeister bis Dienstagnachmittag noch nicht fündig geworden.

Einen Vorgeschmack darauf, wie wichtig die Abstumpfung der Straßen ist, gab es bereits am Montagabend. Für fünf Sattelzüge zwischen Kommandobrücke und Brüderstraße ging nichts mehr; zehn weitere hatten das Industriegebiet Vossloh/Georg Fischer erst gar nicht verlassen. Auch gestern hing ein Sattelzug in der Neustadt fest. In beiden Fällen konnten die Lastwagen noch mit Hilfe von Restsalz flott gemacht werden, doch das ist nun auch nicht mehr möglich. - Rainer Kanbach

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