Neuer Abwasserkanal

350 PS fräsen Graben für neuen Kanal in den Fels

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Eine Felsfräse ist derzeit auf der Neuenrader Straße in Werdohl im Einsatz.

Werdohl - Die Kreisel-Baustelle vor dem Werdohler VDM-Werk ist derzeit eine große, weitgehend freie Fläche. Auf der nördlichen Seite wird der Verkehr einspurig herumgeführt um dieses Areal, auf dem nur ganz selten Bautätigkeit zu beobachten ist. Gearbeitet wird derzeit vor allem auf der Neuenrader Straße, die später in den neuen Kreisverkehrsplatz einmünden soll.

Die ehemalige Kreuzung von Neuenrader Straße (B229), Plettenberger Straße und Lüdenscheider Straße (B236), die der Kreisverkehr ersetzen soll, hat das Bauunternehmen Ossenberg trotzdem schon gehörig umgegraben. Dort galt es, zunächst eine großer Anzahl von Versorgungsleitungen umzulegen, was immer wieder auch einmal eine Veränderung der Verkehrsführung zur Folge hatte. „Alleine für die Verlegung der Gashochdruckleitungen mussten wir den Verkehr zweimal unterschiedlich um die Baustelle herumleiten“, blickt Polier Marcus Goreski zurück auf diese Bauphase.

Insgesamt hätten 18 Leitungen verlegt werden müssen, darunter auch solche für die Stromversorgung, die Wasserversorgung und die Telekommunikation. Auch zwei Leerrohre seien eingebaut worden, die die Enervie noch nutzen wolle. „Aktuell verlegen wir noch neue Stromleitungen für die Versorgung von VDM“, berichtet Goreski, der auf der Großbaustelle den Überblick behält.

Den meisten Lärm verursacht derzeit aber die Teil-Baustelle auf der Neuenrader Straße. Dieses Stück der B229 ist seit Anfang Juni gesperrt, weil auf einer Strecke von knapp 450 Metern schweres Gerät zum Einsatz kommt.

Schweres Gerät im Einsatz

In diesen Tagen wird dort ein neuer Kanal verlegt, was in dem sehr felsigen Untergrund kein ganz leichtes Unterfangen ist. Marcus Goreski lächelt die offensichtlichen Schwierigkeiten aber weg: „Das ist für uns kein Problem“, sagt er, während nebenan ein Bagger mit angebautem Meißel den steinigen Untergrund in Stücke zerlegt.

Ein Stückchen weiter aufwärts ist ein gelbes Ungetüm im Einsatz. Unter ohrenbetäubendem Lärm und großer Staubentwicklung fressen sich die Kettenzähne einer Felsfräse mit der Kraft von 350 PS in den Egge-Fels. Ossenberg hat die Maschine eigens aus Süddeutschland herangeschafft. „So etwas haben wir nicht in unserem Fuhrpark“, erklärt Marcus Goreski.

In der Neuenrader Straße verlegt die Firma Ossenberg derzeit einen neuen Kanal.

Fünf Rohre pro Tag

Bagger und Felsfräse schaufeln gemeinsam den Graben, in dem die neue, und im Vergleich zur bisherigen etwas größer dimensionierte Abwasserleitung verlegt wird. „Wir schaffen derzeit pro Tag fünf Rohrlängen, das sind 12,50 Meter“, berichtet Polier Goreski. Bei diesen Bodenverhältnissen ist das offenbar ein Pensum, mit dem er zufrieden sein kann. In normalem Boden betrage die Tagesleistung sechs bis sieben Rohrlängen oder ungefähr 15 bis 17 Meter pro Tag.

Bei einer Gesamtstrecke von 440 Metern lässt sich also leicht ausrechnen, dass die Firma Ossenberg etwa anderthalb Monate benötigen wird, um die Abwasserrohre in den Felsen zu legen. „Und anschließend folgt das gleiche dann noch einmal für die neue Gashochdruckleitung“, gibt Marcus Goreski einen Ausblick auf die nächsten Wochen.

Abschluss Ende September

Zum guten Schluss bekommt das Teilstück der Neuenrader Straße natürlich noch eine neue Asphaltdecke. Alles in allem 80 Werktage hat der Landesbetrieb Straßen.NRW dafür einkalkuliert. Demnach wäre mit einem Abschluss Ende September zu rechnen.

An der Verkehrsführung im Bereich der Kreiselbaustelle wird sich so lange nichts mehr ändern. Auch nicht, wenn bald die Arbeiten am eigentlichen Kreisverkehrsplatz beginnen. Marcus Goreski geht sogar davon aus, dass sie in der jetzigen Variante bis fast zum Ende des Gesamtprojektes bestehen bleiben wird. Allerdings werde auch die Neuenrader Straße nach Fertigstellung der Arbeiten dort wieder angebunden.

Dann erst ist also die Zeit der langen Umleitungsstrecken für den Lastwagen-Verkehr vorbei; gleichzeitig bedeutet das aber auch die Einbindung einer weiteren Ampelanlage in die Baustellenumfahrung. Längere Wartezeiten vor dem Rotlicht dürften dann wieder an der Tagesordnung sein.

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