Bahnreisende atmen auf, Autofahrer stehen im Stau

Seit Montag fahren die Züge der Abellio GmbH wieder bis Plettenberg.

WERDOHL ▪ Für die Autofahrer, die täglich zwischen Werdohl und Plettenberg pendeln, hat am Montag der „bittere Endspurt“ begonnen: Vor der Baustelle am Bahnübergang Ohle müssen sie in beiden Fahrtrichtungen mit erheblichen Rückstaus rechnen.

Das Motto „Des einen Freud ist des anderen Leid“ trifft hier ins Schwarze: Die Rückstaus bilden sich im Baustellenbereich, weil die Züge der Abellio GmbH seit gestern wieder bis Plettenberg fahren. Bisher mussten Zugreisende auf der Ruhr-Sieg-Strecke in Werdohl aussteigen und den von Abellio organisierten Schienenersatzverkehr in Anspruch nehmen. „Das hat unserer Wissens aber sehr gut funktioniert. Wir haben positives Feedback erhalten“, berichtete Abellio-Pressesprecher Marina Pohl.

Das führt die Pressesprecherin auch auf die Schaffner der Züge zurück, die das Verkehrsunternehmen als „Kundenbetreuer“ bezeichnet: „Sie haben unter anderem den Auftrag, den Personen zu helfen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und in Busse umsteigen müssen“, erklärt Pohl.

Diese Aufgabe bescherte den Kundenbetreuern am Wochenende ganz besonders viel Arbeit, wie der Werdohler Karl-Heinz Ganser unserer Zeitung verriet. Er hatte beobachtet, dass die Aufzüge der Deutschen Bahn am Werdohler Bahnhof außer Betrieb waren – und die Abellio-Mitarbeiter vielen Reisenden beim Tragen des Gepäcks behilflich waren.

Ein Beauftragter der Deutschen Bahn teilte bezüglich der defekten Aufzüge auf Anfrage schriftlich mit, dass bereits am Donnerstag zeitgleich sogar beide Lifte am Bahnhof ausgefallen seien. Bei einem Aufzug sei ein Defekt in der Stromversorgung festgestellt worden: „Eine Fachfirma wurde mit der möglichst schnellen Schadensbehebung beauftragt,“ heißt es in dem Fax der Deutschen Bahn. Beim zweiten Aufzug liege ein technisches Problem vor. Ein Ersatzteil sei bestellt worden und solle am Dienstag oder Mittwoch eingebaut werden.

Für die Zugreisenden, die bisher ab Werdohl mit dem Bus weiterfahren mussten, spielt das nun keine Rolle mehr. Sie können zumindest bis Plettenberg mit der Abellio GmbH fahren. Dort dürfen sie sich heute über ein „kleines Dankeschön“ des Verkehrsunternehmens freuen. „Schließlich mussten unsere Kunden durch die Bauarbeiten Fahrzeitverlängerungen in Kauf nehmen. Für ihr Verständnis wollen wir uns bedanken“, betont Marina Pohl. Jetzt beginne zum Glück der Endspurt: In zwölf Tagen seien auch die Arbeiten am Bahnübergang Lennestadt-Grevenbrück abgeschlossen, dann kehre wieder Normalität auf der Ruhr-Sieg-Strecke ein.

Darauf dürfen die Auto-Pendler schon früher hoffen: Voraussichtlich am Montag soll der Verkehr auf der Bundesstraße 236 zwischen Werdohl und Plettenberg wieder ungehindert fließen können. Bevor es soweit ist, muss am Bahnübergang aber zunächst mit längeren Wartezeiten gerechnet werden.

Da die Züge nun wieder verkehren, wird der Bahnübergang nun vier Mal stündlich mit Absperrbändern manuell gesichert. Diese Absperrungen, kombiniert mit der einspurigen Verkehrsführung im Gleisbereich, führt zwangsläufig zu Rückstaus. Ab Freitag, 18 Uhr, ist der Bahnübergang erneut komplett gesperrt. „Dann wird die Deckschicht aufgetragen“, berichtet Michael Neumann, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Spätestens ab Montag, 4 Uhr, solle diese Sperrung aber aufgehoben werden, verspricht Michael Neumann.

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