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Bahnstrecke durch das Lennetal soll zu einer Alternative zum Auto werden

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Von: Markus Wilczek

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Die Bahnstrecke durch das Lennetal wird nur noch bis Ende des Monats von Abellio betrieben. Dann übernimmt die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter DB Regio von dem insolventen Unternehmen.
Die Bahnstrecke durch das Lennetal wird nur noch bis Ende des Monats von Abellio betrieben. Dann übernimmt die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter DB Regio von dem insolventen Unternehmen. © Abellio

Wenn die Deutsche Bahn mit der DB Regio ab Februar die Ruhr-Sieg-Strecke mit den Linien RE 16 und RB 91 vom insolventen Eisenbahnunternehmen Abellio übernimmt, soll die Strecke durch das Lennetal eine echte Alternative zum Autofahren in der durch die A 45-Sperrung staugeplagten Region werden.

Das wünschen sich nicht nur viele Pendler, sondern auch Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) und die heimischen SPD-Abgeordneten Bettina Lugk (Bundestag) und Gordan Dudas (Landtag).

Bei einem virtuellen Treffen in dieser Woche mit Werner Lübberink, Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn für NRW, machten die drei SPD-Politiker ihre Wünsche und Forderungen deutlich.

Potenzielle Ordnungspartnerschaft

Durch den notwendigen Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke auf der A 45 müsse den Pendlern eine Alternativmöglichkeit geboten werden. Deshalb äußerten Späinghaus, Lugk und Dudas den Wunsch nach einer fairen Zusammenarbeit und brachten eine potenzielle Ordnungspartnerschaft ins Spiel.

„Durch zielorientierte Kommunikation mit der Bahn können wir Probleme spezifisch übermitteln und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln. Der Ausbau und die Verlässlichkeit des Angebotes auf der Ruhr-Sieg-Strecke ist wichtiger denn je. Ich hoffe, dass wir den Bürgern aus dem Märkischen Kreis bald eine gute Alternative zum Pendeln mit dem Auto bieten können“, sagte Bettina Lugk. Dies sei vor dem Hintergrund der Ausweichverkehre, die aus der Vollsperrung der A 45 und durch die Baustellen, die unter anderem durch die bei der Juli-Flut entstandenen Schäden an der Infrastruktur bestehen, „von zentraler Bedeutung“.

Probleme in Werdohl thematisiert

Lösungsansätze für spezifische Probleme wie den Vandalismus, die mangelnde Sicherheit und intakte Aufzüge am Werdohler Bahnhof sowie die Renovierung des Viadukts, wurden ebenfalls diskutiert. „Besonders wichtig, war mir nochmals über konkrete Lösungsansätze für diese Probleme an unserem Bahnhof zu sprechen“, sagte Bürgermeister Späinghaus. Die Deutsche Bahn hat mittlerweile zwar die Aufzugsanlage zum Bahnhofsgebäude hin erneuert, der Fahrstuhl ist allerdings weiterhin häufig defekt. Auch die ebenfalls störungsanfälligen Aufzugsanlagen zu den Gleisen und zur Vosslohstraße sollen erneuert werden. Einen Zeitplan gibt es bislang nicht. „Mit der Anbringung einer Fahrradrinne würden wir die Nutzung der Aufzüge verringern“, machte Späinghaus einen Vorschlag, wie der Zustand kurzfristig verbessert werden könnte. Auch eine potenzielle Zusammenarbeit mit der naheliegenden Polizeizentrale in Werdohl habe man besprochen, erläuterte der Bürgermeister hinsichtlich der Vandalismusproblematik.

Hoffnungen auf einen relativ reibungslosen Übergang von Abellio zur DB Regio auf der Ruhr-Sieg-Strecke hatte zuletzt der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe gemacht. Nach der Einschätzung des Verbandes bleibe auch ab dem 1. Februar auf der Strecke durch das Lennetal zwischen Hagen und Siegen so gut wie alles beim Alten.

Takt soll beibehalten werden

Das bisherige Abellio-Zugmaterial, also die Triebwagen und Personenzüge vom Typ Stadler Flirt, sollen ab Februar nahtlos zum selben Takt wie bisher zwischen Siegen und Hagen fahren. Einzig auf dem Streckenteil zwischen Letmathe und Iserlohn soll es für eine Übergangszeit bis Ende Februar einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben.

Komplizierter ist der Übergang beim Personal. Bereits seit Beginn des neuen Jahres werden die Abellio-Beschäftigten in das neue Unternehmen eingeführt, eingearbeitet und, soweit notwendig, geschult. Konkret werden sie in die Systeme, mit denen ihr neuer Arbeitgeber fährt, eingewiesen und erhalten zudem ihre neuen Arbeitsmittel.

Probleme mit neuer Intercity-Linie

Alles andere als problemlos läuft es für die Bahn mit dem Intercity, der seit dem 20. Dezember durch das Lennetal fährt. Immer wieder kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen, viele Kunden fühlen sich darüber zudem nur unzureichend informiert. Der Deutschen Bahn seien diese Probleme bekannt hatte Lübberink erklärt. Die Bahn begründet die massiven Probleme unter anderem mit dem Betriebsprogramm, das mit der Einführung der IC-Linie völlig neu und eine besondere Herausforderung für die Fahrdienstleiter in den Stellwerken entlang der Strecke sei. Zudem führten vereinzelte Störungen an Fahrzeugen, Stellwerken und an zwei noch nicht vollständig nach dem Hochwasser wiederinstandgesetzten Bahnübergängen zu den Ausfällen und Verspätungen, sagte Lübberink in der vergangenen Woche.

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