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Ausbau für Güterverkehr: Bahn überprüft Tunnel

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Von: Jona Wiechowski

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Unmittelbar vor dem Haus Werdohl an der Neuenrader Straße in Werdohl ist derzeit ein großes Bohrgerät aufgebaut. Mit den Bohrungen soll der Baugrund über dem Werdohler Tunnel untersucht werden, der auch unter der Neuenrader Straße herführt.
Unmittelbar vor dem Haus Werdohl an der Neuenrader Straße in Werdohl ist derzeit ein großes Bohrgerät aufgebaut. Mit den Bohrungen soll der Baugrund über dem Werdohler Tunnel untersucht werden, der auch unter der Neuenrader Straße herführt. © Wiechowski, Jona

Die Deutsche Bahn will die Strecke von Hagen über Siegen bis Hanau für den Güterverkehr ausbauen. Derzeit schaut das Unternehmen, welche Maßnahmen dafür nötig sein werden – und wirft dafür auch einen genauen Blick auf die Tunnel. Ganz aktuell finden an der Neuenrader Straße in Werdohl Arbeiten statt – unter ihr verläuft nämlich der 315 Meter lange Werdohler Bahntunnel.

Lennetal - „Derzeit befindet sich das Projekt ,Ausbaustrecke Hagen-Siegen-Hanau’ in der Vorplanung“, erklärt ein Bahnsprecher auf Nachfrage der Redaktion. Die DB Netz treibe die Arbeiten an diesem wichtigen Projekt stetig voran – „so finden beispielsweise erste Baugrunderkundungen in Form von Bohrungen an den Tunneln statt“, sagt er weiter. Seit ein paar Tagen ist an der Neuenrader Straße bereits ein großes Bohrgerät zu sehen, drumherum Baustellen-Baken.

Zum Hintergrund der Arbeiten berichtet der Bahnsprecher: „Ziel der Baugrunduntersuchungen ist es, daraus Informationen über den Baugrund und den Zustand des Tunnels zu gewinnen, um so Rückschlüsse für die weiteren Planungen ziehen zu können.“ Weitere Arbeiten am Werdohler Tunnel seien nach Abschluss der Baugrunduntersuchungen zunächst allerdings nicht geplant, heißt es weiter.

Der geplante Ausbau ist ein Großprojekt. Die zweigleisige Strecke von Hagen über Siegen bis nach Hanau führt durch insgesamt zehn Tunnel mit einer Gesamtlänge von 4,2 Kilometern. Wann genau es hier wie vorangeht, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. „Ein so komplexes Projekt erfordert eine umfangreiche und zeitintensive Planung zur Erlangung des erforderlichen Baurechts“, sagt der Bahnsprecher weiter. Erst wenn alle Planfeststellungsbeschlüsse des Projektes mit Bestandskraft vorlägen, könnten Termine für den Baubeginn und die Inbetriebnahme genannt werden.

Konkret plant die Bahn, die 241 Kilometer lange Strecke Hagen-Siegen-Hanau für die steigenden Anforderungen an den Güterverkehr auszubauen. „Im Rahmen der Arbeiten werden die Profile von zehn Tunneln erweitert und Überholgleise für Güterzüge gebaut“, heißt es im Bau-Info-Portal der Deutschen Bahn. Durch den Ausbau könnten Güterzüge, insbesondere auch jene des kombinierten Verkehrs, die Tunnel durchfahren. So ließe sich die Zahl der Lastwagen auf den heimischen Straßen reduzieren. Dieser sogenannte kombinierte Verkehr lässt sich im Lennetal aber bislang nicht umsetzen. Denn: Auf Güterwaggons verladene Lkw-Anhänger passen nicht durch die Tunnel der Ruhr-Sieg-Strecke. Sie reichen allenfalls für Überseecontainer (wir berichteten).

Bereits Mitte Juni vergangenen Jahres hatte die Bahn damit begonnen, Tunnel zu untersuchen. Beispielsweise im Dezember hatten Baugrunduntersuchungen des Nachrodter Bahntunnels auf dem Parkplatz am Holensiepen stattgefunden. Auch in Altena wurde schon gebohrt.

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