Bäcker Grote bekommt die Gastronomie im Bahnhof

Architektin Jutta Fiebig präsentierte Arbeitskreis und Kuratorium Gestaltungsentwürfe für das Bahnhofsgebäude.

WERDOHL ▪ Das Kuratorium der Stiftung Bahnhof Werdohl hat am späten Donnerstag Abend entschieden, dem Bäckerunternehmen Grote aus Langenholthausen den Zuschlag für die Gastronomie im Bahnhof zu erteilen.

Wie bereits gestern berichtet, hatte sich neben Karl-Heinz Grote auch die Bitburger Brauerei um die Gastronomie beworben. Bürgermeister Griebsch teilte gestern mit, dass der Arbeitskreis Bahnhof sich mehrheitlich zustimmend für Grote ausgesprochen hatte. Das entscheidungsberechtigte Kuratorium hatte sich anschließend einstimmig entschieden.

„Charly“ Grote aus Langenholthausen hatte sich überzeugend und vor allem persönlich engagiert präsentiert. Das Familienunternehmen „Goldbäcker Grote“ beschäftigt insgesamt 100 Mitarbeiter in neun Filialen in Balve, Neuenrade und Menden. In diesem Jahr eröffnet Grote auch in Plettenberg. Für den Werdohler Standort brauche er etwa 400 Kunden am Tag, die er mit einem durchschnittlichen Umsatz von 3,50 Euro veranschlagt. Auf der anderen Seite rechnet Grote mit 40 000 bis 60 000 Euro Personalkosten pro Monat. Er sprach von mindestens 200 000 Euro Investitionskosten, die er für das Inventar und die Innenausstattung einbringen müsse. Grote will eine Erlebnis-Bäckerei mit Gastronomie-Anteil bieten und möchte allen Kundengruppen und deren Ansprüchen gerecht werden. Täglich könne er von 6 bis 20 Uhr öffnen, im Sommer auch länger. Selbstverständlich werde auch am Sonntag geöffnet.

Grote sprach aber auch Probleme an, die gelöst werden müssten: Dringend brauche er bis zu 20 Parkplätze direkt vor dem Bahnhof. Auch eine Außenbestuhlung sei zwingend nötig. Im Innenraum brauche er mehr Platz für Erlebniselemente wie eine SB-Station, Front-Cooking und eine Kinderecke. Eine Aufgabe sei es auch, die Bahnhofshalle mobil, aber trotzdem ansprechend zu möblieren.

Verabredet ist, dass die Stadt die Halle und die daneben liegenden Räume für die Gastronomie baulich so vorbereitet, dass der zukünftige Pächter nur für die Inneneinrichtung zuständig ist.

Architektin Jutta Fiebig hatte dem Arbeitskreis zuvor die Detailplanungen für die innere Aufteilung des Gebäudes präsentiert. Fiebig wie auch Bürgermeister Griebsch sagten gestern, dass jetzt die Parkplatzproblematik planerisch angegangen werden müsse.

Grote hatte in einem ersten Entwurf auch andere Vorstellungen für den Umbau des Tonnen-Gewölbes der Bahnhofshalle. Der Denkmalschutz erlaube aber hier nicht allzu viele Veränderungen. Mit der Denkmalbehörde müsse auch noch die Farbe der Außenhülle abgesprochen werden, ebenso die Farbgebung der Holzfenster. Das Kleine Kulturforum will die Terrasse über dem Eingang als Freifläche für Gäste bei einer Vernissage nutzen. Auch hier hat der Denkmalschutz mitzubestimmen.

Was sich letztlich realisieren lasse, sei vor allem von den Kosten abhängig – darauf wiesen Griebsch und Fiebig die Arbeitskreismitglieder deutlich hin.

Im Juni sollen die ersten Gerüste aufgestellt werden, ein Bezug des Gebäudes ist optimistisch für Ende 2012 vorgesehen.

Volker Heyn

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