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Babymassage und Co.: Nicht nur gut für die Kinder

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Von: Ina Hornemann

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Beim Pekip in der Kita Gernegroß ist die Stimmung entspannt. Die Jungen und Mädchen tummeln sich im beheizten Raum auf weichen Matten. Sie geben mit ihrem individuellen Entwicklungsstand das Tempo vor. Der Austausch steht im Vordergrund.
Beim Pekip in der Kita Gernegroß ist die Stimmung entspannt. Die Jungen und Mädchen tummeln sich im beheizten Raum auf weichen Matten. Sie geben mit ihrem individuellen Entwicklungsstand das Tempo vor. Der Austausch steht im Vordergrund. © Hornemann

Es ist warm und gemütlich im Bewegungsraum der Kita Gernegroß. Noch bevor die Babys des Pekip-Kurses ausgezogen sind, machen sie sich selbstständig und erkunden mit Händen und Füßen ihre Spielkameraden. In dieser Interaktion erkennen Mütter ganz neue Fähigkeiten bei ihren Knirpsen - und schaffen neue Bindungen zwischen sich, ihrem Nachwuchs und mit anderen Müttern.

Werdohl - Irini Ntrisou und Sophie Mähler sind Erzieherinnen im U2-Bereich und haben 2019 Pekip in der Kita Gernegroß etabliert. Generell gibt es das das Prager Eltern-Kind-Programm schon viel länger. Ins Leben gerufen vom Prager Psychologen Jaroslav Koch in den 70er Jahren, erfreut es sich schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit in Deutschland.

„Wir finden es toll, weil die Babys das Tempo vorgeben und weil der Bindungsansatz ganzheitlich ist“, erklären Irini Ntrisou und Sophie Mähler. Der von ihnen angeleitete Kurs in der Kita Gernegroß endet in wenigen Wochen, doch die beiden Erzieherinnen möchten jetzt schon auf ihr neues Kursangebot im Herbst aufmerksam machen. Es ist Teil des Ressourts „Frühe Hilfen“ im Jugendamt der Stadt und Iris Rohe nimmt die Anmeldungen dafür entgegen.

„Pekip ist tatsächlich eine frühe Hilfe, ganz besonders für Eltern, die ihr erstes Kind bekommen haben und sich überhaupt nicht sicher sind, ob alles richtig läuft. Im Kurs können sie sich mit anderen Eltern austauschen und sehen, wie ihr Kind mit anderen Kindern interagiert. Es gibt kein Muss und kein Soll. Die Kinder geben das Tempo vor und nutzen die Fähigkeiten, die sie haben“, erklären Irini Ntrisou und Sophie Mähler. Die beiden Erzieherinnen bieten in den jeweils 90-minütigen Einheiten Anleitung zum Spielen und Bewegen. Die Kinder im Alter von vier Wochen bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrs sind dabei komplett entkleidet und erfahren das Spiel mit allen Sinnen. Geht dabei mal ein kleines Geschäft ab, ist das nicht schlimm. Es wird sofort aufgewischt und die Spielmatte wird gleich desinfiziert. „Zu großen Geschäften kommt es eigentlich nie“, schildern die erfahrenen Pädagoginnen, die den Pekip-Raum natürlich auf angenehm warme Temperaturen vorheizen. Sie benutzen übrigens längst nicht nur industriell gefertigtes Spielzeug, sondern zeigen auch, wie sich gewöhnliche Küchenutensilien zu klangvollen Spielgeräten mit angenehmer Haptik verwandeln können. Darüber hinaus können ganz alltägliche Erziehungs- und Entwicklungsfragen geklärt werden. Zum Beispiel zu den Themen Stillen und Beikost.

Die Mehrheit der Teilnehmer sind Mütter, wobei natürlich selbstverständlich Papas oder auch andere enge Bezugspersonen wie Großeltern willkommen sind. Eine der zehn Einheiten ist aber explizit für die Väter bestimmt und findet extra zur Feierabendzeit statt. „In den ersten Lebensmonaten sind es fast immer die Mütter, die daheim bleiben. Das ist auch der Ernährungssituation von Säuglingen geschuldet“, berichten Irini Ntrisou und Sophie Mähler.

Es braucht nicht immer Unmengen teures Spielzeug: Auch ein Schneebesen regt die Fantasie an.
Es braucht nicht immer Unmengen teures Spielzeug: Auch ein Schneebesen regt die Fantasie an. © Hornemann, Ina

Die ist auch Thema bei Antje Ackermann-Schlotmann, der Kursleiterin für Babymassage. Manche schlimme Kolik konnte durch die von der Motopädin vermittelten Techniken schon fortgezaubert werden. Ihr Angebot, das ab dem 18. Oktober wieder startet, richtet sich an Eltern von Kindern bis sechs Monaten. Auch Entspannung wird bei ihr groß geschrieben. Zudem ist der Babymassagekurs, der immer mittwochs in fünf Einheiten stattfindet, kostenlos.

Die zehn Pekip-Einheiten ab Herbst (der genaue Starttermin wird Interessenten noch bekannt gegeben) kosten 80 Euro. Leistungsempfänger zahlen 20 Euro. Für beide Angebote nimmt Iris Rohe im Rathaus Anmeldungen an unter Tel. 0 23 92 / 91 74 05.

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