Azubi-Ticket eröffnet Möglichkeiten

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Die beiden Landtagsabgeordneten Marco Voge (links) und Thorsten Schick freuen sich über die Einführung des Azubi-Tickets.

Werdohl - Nordrhein-Westfalen führt zum 1. August das Azubi-Ticket ein. Davon können vielleicht auch Azubis aus Werdohl, Neuenrade und Balve profitieren. Manche haben sogar das Glück, dass ihr Ausbildungsbetrieb das Ticket bezahlt.

Verkehrsminister Hendrik Wüst gab bekannt, dass mit der Geschäftsführung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Westfalentarif GmbH die Einführung eines verbundweiten Tickets vereinbart wurde. Das Land fördert das verbundweite Azubi-Ticket im Jahr 2019 mit 2,5 Millionen Euro und im Jahr 2020 mit 4 Millionen Euro. 

Zum großräumigen Verbund NWL, der vom Kreis Siegen-Wittgenstein im Süden bis Minden-Lübbecke im Norden reicht, gehört unter anderem die MVG. Der allerdings fehlt noch die Basis. „Die Willensbekundung für ein Azubi-Ticket ist zwar überwiegend vorhanden, aber es fehlt noch der politische Beschluss“, sagte MVG-Sprecher Jochen Sulies. Im April tagt die zuständige Verbandsversammlung. 

Schick und Voge erfreut über Nachricht aus Düsseldorf

Die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schick und Marco Voge zeigten sich erfreut über die Nachricht aus Düsseldorf. „Das Land unterstützt mit dem Azubi-Ticket die berufliche Bildung im Märkischen Kreis und in ganz NRW“, erklärten sie übereinstimmend. Damit setze die Landesregierung ein weiteres wichtiges Projekt aus ihrem Koalitionsvertrag um. 

Pünktlich zum neuen Ausbildungsjahrgang soll das „Azubi-Ticket“ für rund 60 Euro im Monat verfügbar sein. Damit können Azubis in ganz Westfalen-Lippe Bus und Bahn im Westfalentarif nutzen. Zusätzlich besteht die Option, für einen Aufpreis von etwa 20 Euro das Ticket auch landesweit und in der Freizeit zu nutzen. Ein Ticket, das für den ganzen Märkischen Kreis gültig ist, kostet derzeit rund 100 Euro. 

Dudas (SPD) hält Ticket für eine Mogelpackung

Für den Lüdenscheider SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas ist es erfreulich, „dass nach zwei Jahren der Blockade durch die Landesregierung endlich etwas da ist.“ Allerdings handele es sich um eine Mogelpackung. „Wir haben mit bis zu 80 Euro keinen attraktiven Preis. Ich kann nur hoffen, dass die Unternehmer ihre Möglichkeiten sehen und die Hälfte der Kosten übernehmen, um Azubis zu gewinnen. Wenn die berufliche Ausbildung gegenüber dem Studium eine höhere Wertschätzung verdient hat, dann müssen die Betriebe das auch zeigen.“ Damit spielt Dudas auf Semester-Ticket an, mit dem Studierende bereits seit Jahren profitieren. 

„Für den Märkischen Kreis ist es von großer Bedeutung, dass wir auch unser Handwerk, die Industrie und die Betriebe unterstützen“, teilten Voge und Schick mit. Sie freuten sich, dass nun auch den Auszubildenden der heimischen Wirtschaft ein Angebot gemacht werde, um die jungen Menschen bei ihrem Start in das Berufsleben zu unterstützen. „Für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sollte Mobilität kein Ausschlusskriterium sein“, sagten die beiden Abgeordneten aus Iserlohn und Balve. 

Bei den Werdohler Unternehmen ist die Nachricht vom Azubi-Ticket noch nicht angekommen. Das hat eine Nachfrage in den größeren Betrieben der Stadt ergeben. Immerhin können sich aber einige Unternehmen vorstellen, die Kosten für das Ticket ihrer Auszubildenden ganz oder teilweise zu übernehmen. Dazu gehören die Firmen Schaeffler und VDM Metals. Bei VDM gibt es nach Aussage von Pressesprecher Philipp Verbnik allerdings schon jetzt eine Fahrtkostenregelung für Azubis: „Es gibt Zuschüsse“, sagte Philipp Verbnik. 

Vossloh nutzt Ticket im neuen Ausbildungsjahr 

Der Bahntechnik-Konzern Vossloh übernimmt nach Angaben von Nina Greitemann, Leiterin der Erstausbildung,  seit vielen Jahren die vollständigen Fahrtkosten der Auszubildenden: „Immer häufiger finden wir Auszubildende überregional, zuletzt aus Ennepetal, und unterstützen sie mit der Übernahme der Fahrtkosten zwischen Wohn- und Ausbildungsstätte – neben vielen weiteren Angeboten“, erklärte Greitemann. Das Unternehmen freue sich über die Förderung des Landes mit dem Azubi Ticket und werde dies ab dem Ausbildungsjahr 2019 einsetzen.

In einer früheren Version des Artikels haben wir das Zitat von Nina Greitemann (Vossloh) fälschlicherweise der Pressestelle des Unternehmens zugeschrieben. Das haben wir inzwischen korrigiert.

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