Berufsorientierungsmesse

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Die Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei war am Mittwoch Anlaufpunkt für 600 Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule und der Realschule Werdohl sowie der Hönnequellschule und der Waldorfschule Neuenrade.
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Die Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei war am Mittwoch Anlaufpunkt für 600 Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule und der Realschule Werdohl sowie der Hönnequellschule und der Waldorfschule Neuenrade.

Nach einjähriger Corona-Pause hat am Mittwoch im Festsaal Riesei wieder eine gemeinsame Berufsorientierungsmesse (Bom) der Städte Werdohl und Neuenrade stattgefunden. Organisatoren wie beteiligte Firmen waren mit der Resonanz überaus zufrieden.

Werdohl/Neuenrade ‒ Beim Rundgang äußerten sich Werdohls stellvertretender Bürgermeister Dirk Middendorf und Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann erleichtert, dass die Bom jetzt wieder stattfinden konnte. Für die Unternehmen sei diese Möglichkeit der Kontaktaufname mit jungen Menschen wichtig, um Auszubildende zu rekrutieren, sagten sie übereinstimmend.

Beide wissen, wovon sie sprechen: Middendorf ist selbst Unternehmer, Wiesemann hat seinen Betrieb mittlerwiele an seinen Sohn abgegeben. Vor allem handwerkliche Berufe seien oftmals zu unrecht verpönt, bedauerte Middendorf, was Wiesemann bestätigen konnte. Doch auch die Kommunen sähen sich mittlerweile in einem Wettbewerb um die Auszubildenden, berichtete Neuenrades Bürgermeister: Andere Stadtverwaltungen und auch der Märkische Kreis seien die Konkurrenten.

Berufsorientierungsmesse für junge Werdohler und Neuenrader

Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei in Werdohl.
Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei in Werdohl.
Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei in Werdohl.
Berufsorientierungsmesse im Festsaal Riesei in Werdohl.
Berufsorientierungsmesse für junge Werdohler und Neuenrader

Von Schwierigkeiten, die Ausbildungsstellen mit ausreichend qualifizierten Kandidaten zu besetzen, berichteten verschiedentlich auch die Sprecher der bei der Bom vertretenen Unternehmen. Die Bewerberzahl sei im Corona-Jahr 2020 deutlich zurückgegangen, verriet beispielsweise Martin Andratschke, Personalreferent beim Werdohler Bahntechnikspezialisten Vossloh. Die Ausbildungunsstelle eines Fachlageristen beispielsweise habe deshalb nicht besetzt werden können. Besser sei die Situation bei den kaufmännischen Berufen.

Von einer allmählichen Verbesserung der Situation sprach dagegen Niclas von Seidlitz. Der Personal- und Ausbildungsleiter der Werdohler Firma Stauff berichtete davon, dass Bewerber ihre Unterlagen sogar schon am Bom-Stand abgegeben hätten. Solch offensives Vorgehen der Bewerber ist auch für Christian Schepers, Ausbilder bei VDM Metals in Werdohl, nichts Ungewöhnliches. „Ja, das kommt vor“, bestätigte er. Dennoch berichtete auch er von Problemen, die vorgesehenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren dauere inzwischen länger, weil es schwieriger geworden sei, wirklich gute Azubis zu finden.

Um für gute Azubis attraktiv zu sein, gehen manche Unternehmen mittlerweile in die Offensive. Alicja Daube, Prokuristin der Neuenrader Echterhage-Holding, berichtete, dass jeder Auszubildende nicht nur ein persönliches Laptop erhalte, sondern auch ein Persönlichkeitstraining. Einen ähnlichen Weg geht das Lüdenscheider Unternehmen Phoenix Feinbau: „Junge Leute bekommen bei uns einen Zuschuss zum Fitnesscenter und ein Fahrsicherheitstraining, zudem führen wir Teamtrainings durch“, sagte Ausbildungsleiter Karsten Pieper.

Doch nicht immer scheitert eine Berufsausbildung an der mangelhaften Qualifikation der Bewerber, manchmal können die sich einfach nicht für einen Beruf entscheiden. Für solche Fälle präsentierte bei der Bom die Südwestfalen-Agentur eine mögliche Lösung: das „Gap-Year Südwestfalen“. Projektmanagerin Saskia Haardt-Cerff erläuterte die Idee dahinter: „Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, in drei verschiedenen Betrieben ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren. Das hilft bei der beruflichen Orientierung und ist auch für die Unternehmen vorteilhaft, weil sie die Teilnehmer besser kennenlernen können.“ Haardt-Cerff lud Unternehmen aus Werdohl und Neuenrade zum Mitmachen ein.

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