Autorin Rita Greine liest  „Das kleine Psst“

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So lässt es sich prima einschlummern: Die Mädchen und Jungen legten ihre Stofftiere auf den Bauch und spürten, wie sie mit dem Atem auf- und abstiegen.

Werdohl - Staubsauger-Krach, Sirenen-Geheul und plärrende Radios mag das „kleine Psst“ überhaupt nicht. Auch Baby-Geschrei findet es schrecklich. Autorin Rita Greine übte deshalb am Donnerstagvormittag mit den Kindern der Kita Momo, ganz leise zu sein.

Nachmittags stellte sie das kleine Psst auch zehn kleinen Bücherei-Besuchern vor. „Das kleine Psst“ ist ein Bilderbuch zum Mitmachen. „Ich mag am liebsten, wenn es ganz leise ist – so wie jetzt hier bei euch“, flüsterte Rita Greine mit der Stimme ihrer Bilderbuchfigur. „Könnt ihr auch so leise flüstern wie ich?“, fragte das kleine Psst die Kinder. Kaum hörbar antworteten die Mädchen und Jungen, einige nickten nur andächtig.

Doch bevor sich die Gruppe zu einem Schleichgang über den Flur aufmachte, durften die Kinder noch einmal richtig laut sein. „Wie wollen wir uns denn aufwärmen?“, fragte die Autorin ihre kleinen Zuhörer. Diese hatten eine Menge Vorschläge und setzten sie begeistert in die Tat um: Sie rannten auf der Stelle und warfen ihre Füße in die Luft. Am Ende schrien und kreischten alle noch einmal, was das Zeug hielt.

Dann mischte sich das kleine Psst wieder ein und brachte ganz viel Ruhe mit. „Geräusche kann man nur hören, wenn man so leise ist wie ich“, erklärte es. „Was hört ihr denn hier?“ Die Kinder lauschten und bemerkten nicht nur die Stimmen aus dem Nebenzimmer, sondern auch das leichte Surren des Computers, mit dem Rita Greine Bilder aus ihrem Buch auf einer Leinwand zeigte.

Anschließend durften sich die Mädchen und Jungen mit ihren mitgebrachten Stofftieren auf ein paar Matten ausbreiten. „Legt mal euer Kuscheltier auf euren Bauch: Spürt ihr, wie es rauf- und runtergeht?“, sagte die Autorin. Zum Schluss gab es für alle Kinder einen Butterkeks. Der sollte natürlich möglichst leise geknabbert werden.

Stille kann Spaß machen – diese Botschaft solle das Bilderbuch vermitteln, erklärte Rita Greine nach der Lesung. „Von Erwachsenen wird Stillsein ja oft als Reglementierung eingesetzt“, sagte sie. Das kleine Psst als personifizierte Ruhe solle Stille interessant machen. - Von Constanze Raidt

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