TK Automotive: Sozialplan steht

Anfang kommenden Jahres wird das letzte Brüninghaus-Werk geschlossen.

WERDOHL ▪ Die Übernahme des Werdohler Werkes von ThyssenKrupp Automotive Systems durch die Firma ZF Friedrichshafen AG (wir berichteten) steht kurz bevor. „Noch in dieser Woche sollen die Verträge unterzeichnet werden“, wie der Betriebsratsvorsitzende Josef Brockhagen auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

Andreas Veil, Pressesprecher von ZF Friedrichshafen, wollte diese Angaben gestern nicht bestätigen. In der Essener Konzernzentrale von ThyssenKrupp war gestern kein Mitarbeiter der Presseabteilung für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Sozialplan sei laut Brockhagen bereits am 13. Januar unterzeichnet worden. Ein Großteil der 48 festangestellten Mitarbeiter sei mit dem Ergebnis zufrieden gewesen. „Es waren entspannte aber harte Verhandlungen. Der Betriebsratsvorsitzende Josef Brockhagen und sein Team haben für die Mitarbeiter herausgeholt, was möglich war“, sagte Ulrich Flasshoff, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall im Märkischen Kreis, der die Verhandlungen über den Interessenausgleich und den Sozialplan für die Gewerkschaft begleitet hatte. Dass der neue Eigentümer den Betrieb Anfang des kommenden Jahres in die Nähe von Osnabrück verlagern wolle, sei natürlich nicht zufriedenstellend, so Flasshoff. Über 500 Jahre Industriegeschichte gingen mit der bevorstehenden Schließung des Werdohler Werkes zu Ende, wenn der Übriggebliebene Rest des Brüninghaus-Imperiums aus der Stadt an der Lenne verschwinde.

Es gebe Übernahmeangebote für alle 48 festangestellten Mitarbeiter und für die 20 Leiharbeiter. Wie viele von ihnen diese annehmen werden, konnte der Gewerkschaftssekretär nicht sagen. Auch für die älteren Kollegen und diejenigen, die Anfang 2013 nicht mit nach Osnabrück gehen wollten, seien vernünftige Regelungen gefunden worden, so Flasshoff. Sie hätten die Möglichkeit in eine Transfergesellschaft zu wechseln, in der sie verschiedene Weiterqualifizierungsangebote wahrnehmen könnten. Zudem sei es das Bestreben des Mutterkonzerns ThyssenKrupp, diese Beschäftigte in anderen Werken in der Nähe unterzubringen, erklärte Flasshoff.

Anfang August des vergangenen Jahres waren der Betriebsrat und die Beschäftigten des Werdohler Werkes von ThyssenKrupp Automotive Systems über die Verkaufsabsichten informiert worden. ▪ ute

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