Autohaus Berker meldet Insolvenz an

Das Autohaus Berker als Vertrieb von Renault-Fahrzeugen ist insolvent. Alle Fahrzeuge wurden Freitag vom Hersteller abgeholt.

WERDOHL ▪ Die Renault-Autohaus Berker GmbH an der Gildestraße 28 hat am Montagmittag Insolvenzantrag gestellt. Betroffen ist auch die Niederlassung in Lüdenscheid. Nicht von der Insolvenz betroffen ist die Autozentrum Berker GmbH, die Vertragswerkstatt für die Marken Ford und Opel an der Gildestraße 2-3. Geschäftsführende Gesellschafter der Autohaus Berker GmbH sind Manfred Berker (73) und Uwe Berker (50).

Der Stammsitz in Werdohl wird von Manfred Berker seit 1973 mit der Marke Renault geführt. Berker hatte zu dem Zeitpunkt das Autohaus Kolbe übernommen, das in Werdohl schon seit dem Krieg besteht. Berker hatte später auch Häuser der Marken Ford und Fiat in Werdohl übernommen. Schon vor einigen Jahren hatte sich Berker aber wieder von der Ford-Immobilie getrennt.

In den Renault-Niederlassungen in Werdohl und Lüdenscheid wurden vor dem vergangenen Wochenende sämtliche Fahrzeuge aus den Ausstellungsräumen abtransportiert. Während die Lüdenscheider Niederlassung mit dem Verweis auf Renovierungsarbeiten geschlossen ist, sind in Werdohl im „runden Autohaus“ weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Uwe Berker gab am Dienstag schriftlich eine Presseerklärung ab. Darin heißt es: „Mein Vater, Manfred Berker, steigt aus Altersgründen aus dem laufenden Geschäft aus und eine Nachfolge ist auch nicht gesichert.“ Dazu komme der anhaltende Abschwung auf dem deutschen Markt, der sich bislang vor allem in Tageszulassungen und Rabatten ausdrücke. Uwe Berker: „Es ist dem Händler fast unmöglich mitzuhalten, sodass wir eigentlich Monat für Monat den Bestell-, und Verkaufszielen des Herstellers hinterher laufen. Die daraus resultierende geringe Rendite verursacht immer wieder Liquiditätsengpässe, die sich kaum noch ausgleichen lassen“.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Lüdenscheider Rechtsanwalt Martin Buchheister bestellt. Gegenüber unserer Zeitung erklärte er, von dem Konkurs seien 26 Mitarbeiter in Werdohl und Lüdenscheid betroffen. Es gebe keine Rückstände bei den Gehaltszahlungen; für die nächsten drei Monate bekämen die Berker-Angestellten Konkursgeld. Buchheister bestätigte, dass die Renault-Bank am vergangenen Freitag die ihr gehörenden Neuwagen aus Lüdenscheid und Werdohl habe abtransportieren lassen. Er bemühe sich nun, die Rahmenbedingungen für ein Fortbestehen der Autohäuser zu schaffen, das die Familie Berker ausdrücklich anstrebe. Seine vordringliche Aufgabe bestehe darin, in Verhandlungen mit der Renault-Bank eine Lösung zu finden: „Ein Autohaus lebt nun einmal vom Autoverkauf.“ Seit Dienstag, so Buchheister weiter, stehe er in Kontakt mit der Bank. Über den Sachstand informierte der Insolvenzverwalter am Dienstag die Mitarbeiter in Werdohl und Lüdenscheid während zweier Betriebsversammlungen. - von Volker Heyn

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