Tempo 30 wird ignoriert

Auto von Rentnerehepaar schon vier Mal gerammt

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Heidi und Rudolf Hopmann sind zum vierten Mal durch Fahrerflucht geschädigt worden. Der letzte Flüchtige hinterließ immerhin diese Renault-Radkappe neben dem gestreiften Opel. Der Wagen ist auf der gesamten Fahrerseite zerkratzt, der Spiegel kaputt. Hinten im Bild ist die Einengung der Brüderstraße zu erkennen.

Werdohl – Bereits zum vierten Mal ist der hellblaue Opel Astra von Heidi Hopmann beim Parken an der Brüderstraße direkt gegenüber dem Kloster beschädigt worden.

Jedes Mal war der Verursacher flüchtig, jedes Mal gab es neuen Ärger wegen der Reparaturkosten. Vergangenen Montag krachte es wieder auf der Brüderstraße, allerdings an anderer Stelle. 

Heidi Hopmann erinnert sich, dass sie und ihr Mann Rudolf im Fernsehen die Nachrichten sahen, als es draußen knallte. Ein Nachbar hatte das Geräusch auch gehört und war schnell nach draußen gelaufen, er sah tatsächlich noch den verursachenden Renault wegfahren. Neben dem auf der ganzen Länge der Beifahrerseite beschädigten Opel fanden die Hopmanns noch eine demolierte Radkappe des Verursachers. Das Ehepaar rief die Polizei, die nahm den Unfall auf. 

Einbuchtung soll Verkehr verlangsamen

Heidi Hopmann ist 78 Jahre alt und eine versierte Autofahrerin. Mit ihrem Mann wohnt sie an der Brüderstraße 3, kurz hinter der Einfahrt zur Neustadtstraße. Auf der Brüderstraße gilt Tempo 30, gegenüber des Wohnhauses der Hopmanns ist eine Einbuchtung, die den Verkehr verlangsamen soll. Seit der direkt vor der Haustür geparkte Opel zum dritten Mal von einem vorbeifahrenden Fahrzeug beschädigt wurde, parkt Heidi Hopmann den Wagen woanders – dort wurde er dann am Montag getroffen. Sie ist auf den Astra angewiesen, seitdem ihr Mann Rudolf schon vor einiger Zeit das Autofahren aufgegeben hat. Der mittlerweile 90-Jährige hat Humor: „Ich fahre weiter Auto, aber nur noch auf dem Beifahrersitz meiner Frau.“ 

Heidi Hopmann gefallen die Zustände auf der Brüderstraße nicht: „Die sausen hier wie verrückt durch, obwohl hier doch auch der Kindergarten ist.“ Weil die Fahrbahn durch die Einbauten und parkende Autos sehr schmal geworden ist, kracht es häufiger. 

Verärgerung über finanziellen Schaden

Rudolf Hopmann ärgert sich über den finanziellen Schaden, der bei dem Ehepaar bleibt. „Entweder nehmen wir die Teilkasko mit Selbstbeteiligung und weitere Nachteile auf uns, oder wir lassen die Schäden aus eigener Tasche beheben.“ Ein abgefahrener Außenspiegel samt Heizung und Stellmotor kostet rasch ein paar hundert Euro, Lack- und Bleckschäden kommen auch über die 1000-Euro-Grenze. 

Es geht auch anders: Als die Tochter zu Besuch war, wurde prompt auch deren Auto gerammt. Allerdings meldete sich der Verursacher, wie sich das gehört. Heidi Hopmann schüttelt den Kopf: „Jeder Autofahrer hat doch heute eine Versicherung. Ich verstehe nicht, warum nach einem Unfall nicht angehalten wird.“ 

119 Unfälle mit Fahrerflucht in Werdohl 2019

In Werdohl ereigneten sich im vergangenen Jahr 119 Unfälle mit Fahrerflucht vor, jeder dritte Fall wird aufgeklärt.

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