Youtube-Serie „Wishlist“

Grimme-Preis für ehemalige Werdohlerin

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Die Preisträger Marcel Becker-Neu (von links), Christina Ann Zalamea und Marc Schießer freuten sich bei der Bekanntgabe der Preisträger des 53. Grimme-Preises über ihre Auszeichnung.

Werdohl -  Christina Ann Zalamea (30), gebürtige Werdohlerin und gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, ist Video-Bloggerin, Autorin, Synchronsprecherin und Produzentin. Für die Youtube-Serie „Wishlist“ sind sie und ihr Team nicht nur mit dem Deutschen Fernsehpreis, sondern Ende März auch mit dem 53. Grimme-Preis im Bereich „Kinder & Jugend“ ausgezeichnet worden.

Mit Redakteurin Kristina Köller sprach Christina Ann Zalamea, die nach einigen Jahren in Lüdenscheid inzwischen in Köln lebt und ihr Hobby zum Beruf gemacht hat, über den Erfolg der Serie.

Was geht einem durch den Kopf, wenn man den Grimme-Preis bekommt?

Zalamea: Das Verrückte ist, dass ich noch nicht mal die Nominierung realisiert hatte. Das ist ein surreales Gefühl, wenn einem dann bewusst wird, dass man diese Auszeichnung, diese Ehre wirklich bekommt.

So eine Serie zu produzieren, ist bestimmt viel Arbeit. Was waren Ihre Aufgaben?

Zalamea: Ich hatte die Grundidee, habe die Story mitkonzipiert und die Charaktere entwickelt. Dann habe ich am Set das Kostüm gemacht und mich um das Make-Up-Department gekümmert – habe also den Stylisten gesagt, wie die Darsteller geschminkt werden sollen. Ich spiele sozusagen auch in der Serie mit, denn ich bin ja Sprecherin. Da die App, um die es in der Serie geht, sprachgesteuert ist, habe ich die gesprochen. Dazu kamen noch die Making-Of-Kamera und das Social-Media-Management.

Klingt nach viel Arbeit...

Zalamea: Ich glaube, die anderen beiden Produzenten, Marcel Becker-Neu und Marc Schießer, hatten noch einen größeren Aufwand – mit dem Schreiben der Drehbücher, der Regie, der Musik und dem Schnitt.

Zurück ins Jahr 2009: Ihre ersten Schritte in der Medienwelt haben Sie als „Hello Chrissy“ mit selbstproduzierten Videos auf Youtube gemacht. Was steckte dahinter?

Zalamea: Auf meinem Youtube-Kanal mache ich eigentlich alles, was mich interessiert. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich sehr gerne über Filme berichte, dass ich auch als Filmkritikerin unterwegs bin, dass ich Lifestyle-Tipps gebe, aber nicht nur nach dem Motto „Wie sind die neuesten Schminkprodukte?“ – sondern mit neuen Rezepten, Gesundheitstipps und Lifehacks (Tipps für den Alltag, Anmerkung der Redaktion).

Christina Ann Zalamea

Dabei haben Sie mehr als 270 000 Abonnenten. Wie erreicht man solche Zahlen?

Zalamea: Ich glaube, man kann viel tun, um das zu erreichen. Bei mir hat sich das aber einfach so entwickelt. Damals gab es in der Form noch keine Youtube-Stars, die damit Geld verdienten. 270 000 Abonnenten hört sich jetzt nach viel an, aber wenn man sich mal die Youtube-Teenie-Stars anguckt, dann weiß man, dass man in einer viel kürzeren Zeit viel mehr – Millionen Abonnenten – erreichen könnte, wenn man denn wirklich darauf hinarbeitet.

Was hat Sie an Youtube begeistert?

Zalamea: Für mich war Youtube damals einfach eine Community – und ich habe mir da gerne Videos angeguckt und hatte irgendwann Lust, selbst welche zu machen. Aber ich habe nicht so sehr auf die Klicks und Abonnenten-Zahlen geguckt, sondern immer Inhalte gemacht, die mich wirklich interessiert haben. Ich habe meine Hobbys ausprobiert – die Schauspielerei und künstlerische Sachen. Dadurch bin ich halt eher an Dinge rangekommen, die für mich wirklich Projekte für die Zukunft sind, die mich weiterbringen – wie jetzt zum Beispiel „Wishlist“. Und das ist ja auch das Verrückte, dass man mit einer Webserie, die auf Youtube läuft, einen Fernsehpreis bekommt. Das hätten wir auch vorher nicht gedacht.

Hätten die Menschen in Ihrem Umfeld erwartet, dass Sie einen solchen Erfolg haben werden?

Zalamea: Da gerade damals die Arbeit auf Youtube in meiner Umgebung nicht angesehen war, habe ich oft kritische Stimmen über mich gehört. Aussagen wie „Mach doch was Richtiges...“ und „Damit wird die doch nie etwas erreichen.“ Umso mehr möchte ich alle Träumer, die auch gerne über den Tellerrand hinausblicken, ermutigen, nicht auf solch engstirnige Kommentare zu hören, sondern nur auf ihre eigene Stimme. Man sollte seinem Herzen folgen und seinen eigenen Weg gehen, egal was andere sagen.

Und in Sachen Freizeit – sind Sie ab und zu in der Heimat?

Zalamea: Ja, ich versuche, immer mal wieder ins Sauerland zu kommen. Ich habe dort natürlich auch noch Freunde, die ich dann ab und zu mal, wenn es die Zeit erlaubt, besuche.

Handlung der Serie "Wishlist"

Wie weit würde man gehen, damit der größte Wunsch in Erfüllung geht? Das ist die zentrale Frage um die sich in der crossmedialen Mystery-Serie „Wishlist“ von Radio Bremen, MDR Sputnik und „funk“ alles dreht: Mit der App „Wish“ werden alle Wünsche erfüllt, doch im Gegenzug fordert sie von der 17-jährigen Mira und ihren Freunden, dass sie pro Wunsch eine Aufgabe erfüllen. Bei aller Begeisterung über die Möglichkeiten, müssen die Charaktere schon bald feststellen, dass ihr Handeln Konsequenzen nach sich zieht. Die erste Staffel besteht aus zehn 15-minütigen Folgen und ist hier zu sehen. Die Idee zu der Serie „Wishlist“, die in Wuppertal spielt, stammt von Marc Schießer, Marcel Becker-Neu und Christina Ann Zalamea („Hello Chrissy“).

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