Austausch zwischen VDM und Realschule intensiviert

Personalleiter Marcel Verweinen, Betreibsratsvorstizender Rolf Klose und Schulleiter Bernd Bunge bringen das Schild an.

WERDOHL ▪ Seit vier Jahren gibt es einen intensiven Austausch zwischen der städtischen Realschule und ThyssenKrupp VDM. Seit Dienstag sind die Schule und das Industrieunternehmen auch sichtbar Kooperationspartner. Schulleiter und Vertreter des Unternehmens brachten ein großes Schild mit dem Firmenlogo im Eingangsbereich der Realschule an.

Die Werdohler Realschule ist die zweite Kooperationsschule der VDM. Seit einigen Jahren läuft bereits ein ähnliches Projekt mit der Richard-Schirrmann-Realschule in Altena. „Wir sind in Werdohl und Altena die größten Arbeitgeber. Da liegt es nahe, sich mit den Schulen vor Ort zu verbünden", erklärte Marcel Verweinen, Leiter der ThyssenKrupp VDM-Abteilung Personal und Soziales. So sei es dem Unternehmen wichtig, gerade Schülern aus dem unmittelbaren Umfeld Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten. Derzeit gebe es im Unternehmen 80 Ausbildungsplätze in elf verschiedenen Berufen. Das Unternehmen ist dabei, noch 20 weitere Ausbildungsstellen zu schaffen. Leider würden bisher nur zehn Prozent der Auszubildenden aus der Kooperation stammen, dies soll sich nun mit dem weiteren Partner ändern.

Bereits 2007 verabredeten Schule und Unternehmen eine enge Zusammenarbeit über das Angebot von Praktika hinaus. „Wir sind mit dem Vertrag später als mit der inhaltlichen Arbeit“, berichtete Schullleiter Bernd Bunge. Seit 2008 kommen regelmäßig sechs Schüler zum Betriebspraktikum. Im Mai 2010 nahm die Zusammenarbeit Formen an: Eine Kooperation wurde vereinbart. Seitdem profitieren auch die Auszubildenden, denn sie kommen seit Mai zu Mathematikgrundlagenkursen in die Schule. „Die räumliche Nähe ist der entscheidende Vorteil, der eine solch enge Zusammenarbeit überhaupt möglich macht“, erklärte der Schulleiter.

Im gleichen Zuge betonte er, dass die Realschule keinesfalls „der arme Bruder des großen Idustrieriesens“ sei. Vielmehr wolle man auf Augenhöhe agieren. Dies mache den Reiz der Kooperation aus, denn man könne so mit den jeweiligen Stärken des Partners arbeiten.

Die Schüler erleben die Kooperation in erster Linie in Form einer Arbeitsgemeinschaft. „Das Ziel ist es, dass erstens wir die Möglichkeit haben, unsere potenziellen Auszubildenden frühzeitig kennen zu lernen. Zweitens ist es für den Schüler ein enormer Vorteil, einen Einblick in die verschiedenen Berufe zu bekommen“, erklärte Verweinen. Die Jugendlichen wüssten oft gar nicht, welch eine breite Auswahl sie im Beruf hätten. Bei den Jungen und Mädchen seien Industriekaufmann, Kfz-Mechaniker oder Frisörin immer noch die beliebtesten Berufe. „Die Schüler wissen gar nicht, was beispielsweise ein Drahtzieher macht“, so Verweinen. Bei ThyssenKrupp VDM würden die Praktikanten fast wie Auszubildende behandelt. Sie bekommen dort einen Einblick in den Ausbildungsalltag und müssen Drehen, Schleifen und Bohren.

„Wichtig ist auch die Sozialkomponente. Dabei können wir erkennen, wie sich der Schüler gegenüber Vorgesetzten und Kollegen verhält“, erklärt der Personalleiter. ▪ lm

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