Ausstellung „Wilder Müll“ in der Werdohler Stadtbücherei

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Umweltberater Michael Lücker, Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Büchereileiterin Klaudia Zubkowski (von links) haben am Freitag die Ausstellung „Wilder Müll“ eröffnet.

Werdohl -  „Müll zu recyceln ist gut, aber noch besser ist der Abfall, der gar nicht erst entsteht“, sagt Michael Lücker, Umweltberater bei der Verbraucherzentrale in Lüdenscheid, die derzeit in der Werdohler Stadtbücherei eine Fotoausstellung mit dem Titel „Wilder Müll“ zeigt. Auf mehreren großformatigen Bildern werden darin Negativ-Beispiele und alternative Lösungsvorschläge gezeigt.

Die Fotos zeigen wilde Müllkippen am Straßenrand, einen Abfallberg direkt an einem schon überfüllten Mülleimer, in der Landschaft abgelagerte Autoreifen und einige Umweltsünden mehr. „Wenn Abfall in die Umwelt gelangt, wird er zum Problem für Menschen, Tiere und Pflanzen – erst recht, wenn auch noch Giftstoffe darunter sind“, gibt die Verbraucherzentrale zu bedenken.

Müllablagerungen auch in Werdohl

Auch in und rund um Werdohl sind immer wieder illegale Müllablagerungen zu entdecken. Bürgermeisterin Silvia Voßloh, die am Freitagnachmittag zur Ausstellungsreöffnung gekommen war, erinnerte nur an die Altreifen, die vor gar nicht langer Zeit achtlos in die Wälder geworfen worden sind.

„Wir Deutschen verstehen uns als Recycling-Weltmeister, doch unser Abfall-Problem wächst, weil wir immer mehr Müll erzeugen“, sagt Umweltbeater Lücker. Jeder Deutsche häufe pro Jahr durchschnittlich mehr als 600 Kilogramm Haus- und Sperrmüll an. In praktisch allen Kommunen gibt es aber auch ausgeklügelte Systeme, wie dieser Müll möglichst umweltschonend beseitigt werden kann.

Nicht alle nutzen die Systeme

„Nur schade, dass diese Systeme nicht von allen richtig genutzt werden“, bedauert Bürgermeisterin Voßloh, dass trotzdem immer wieder Müll in der Landschaft landet. Dabei wäre eine ordnungsgemäße Beseitigung nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Landen ausgediente Elektrogeräte, Altreifen, Ölkanister, Renovierungsabfälle und Bauschutt nämlich in Böschungen und im Wald, müssen sie aufwändig und teuer entsorgt werden. Die Kosten dafür trägt über die Müllgebühr die Allgemeinheit.

Plastik in der Nahrungskette

Doch es sind nicht nur die großen Müllablagerungen, die schädlich sind für Natur und Umwelt. Auch vermeintlich kleine Umweltsünden können große Auswirkungen haben. „Plastikflaschen und Kaffeebecher, die achtlos weggeworfen werden“, seien solche Sorgenkinder, sagt Michael Lücker. Das darin enthaltene Plastik werde in der Umwelt nicht abgebaut, sondern zerfalle zu immer kleineren Teilen – dem Mikroplastik. Lücker: „Niemand kann heute die Folgen für die Nahrungskette abschätzen, über die diese kleinen Plastikteilchen wieder in den menschlichen Organismus zurückgelangen.“

Legale Möglichkeiten

Welche legalen Möglichkeiten es gibt, sich von Abfall, kaputten Elektrogeräten, ausrangierter Elektronik oder endgültig abgelegter Kleidung zu trennen, zeigt die Ausstellung auf, die noch bis zum 16. März zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei besucht werden kann. Weise Worte berühmter Menschen, die jedem Foto zugeordnet sind, regen zum Nachdenken über die Problematik an.

Rat zur Entsorgung von Abfällen bietet die Umweltberatung der Verbraucherzentrale in Lüdenscheid (Tel. 0 23 52/3 79 50 05) an. Übrigens: Am Samstag, 17. März, bietet die Verbraucherzentrale in der Stadtbücherei wieder eine Schimmel-Sprechstunde an. Zwischen 9 und 11.30 Uhr erhalten Interessierte dann Tipps zur Vermeidung und Bekämpfung von Schimmel in Wohnräumen.

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