Werdohler Wirtschaftsgeschichte aus vielen Perspektiven

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Rainer Gumz, Udo Böhme, Heiner Burkhardt, Barbara Funke, Manfred Wolf und Heinz Rohe (von links) haben die Ausstellung ehrenamtlich vorbereitet. Professionelle Unterstützung haben sie von Fachhistoriker Dr. Oliver Schulz (nicht im Bild) erhalten.

Werdohl - Gut ein Jahr Arbeit liegt hinter dem Arbeitskreis des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV), der eine Ausstellung zur Werdohler Industriegeschichte vorbereitet. Am Sonntag, 11. März, soll die Ausstellung eröffnet werden. Die Präsentation von Texten und Fotos auf acht Schautafeln soll aber noch längst nicht alles sein.

„Wir sind jetzt auf der Zielgeraden“, sagte am Montag der HGV-Vorsitzende Heiner Burkhardt über die Tätigkeit des Arbeitskreises. Dessen Leiter, der ehemalige Bürgermeister Manfred Wolf, skizzierte, was die Besucher der Ausstellung erwartet. Das Themenspektrum werde von der vorindustriellen Zeit in Werdohl über die Werdohler Industrie des 19. und 20. Jahrhunderts, den Eisenbahnbau und die weitere Verkehrserschließung bis zur Zuwanderung der Gastarbeiter und schließlich zur Digitalisierung der Wirtschaft reichen. Die Ausstellung werde auch Einblicke in die Lebenswelten der Werdohler Arbeiterschaft geben, versprach Wolf.

Er bemühte ein Zitat von Ludwig Erhard: „Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts“, hatte der „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“ einst gesagt. Das, so Wolf, mache deutlich, „wie wichtig die Wirtschaft für Werdohl war und ist.“

Wissen wird in Begleitband konserviert

Neben Schautafeln werde es in der Ausstellung gegenständliche Exponate aus Unternehmen und von Privatpersonen geben. Dem HGV sei aber auch daran gelegen, nicht nur eine Sonderausstellung zu diesem bedeutenden Kapitel der Werdohler Geschichte zusammenzustellen, sondern das Wissen darüber auch zu erhalten, betonte Burkhardt.

Deshalb werde es neben einer digitalen Dokumentation einen Begleitband geben, in dem verschiedene Autoren die Werdohler Wirtschaftsgeschichte aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Nach Wolfs Worten werden sie unter anderem Unternehmerpersönlichkeiten vorstellen, die Geschichte der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie im Lennetal beleuchten, den Strukturwandel nachzeichnen und Entwicklungstendenzen aufzeigen und auch einen Blick in die Zukunft wagen.

Der Begleitband könne dank der weitestgehend ehrenamtlichen Mitarbeit der Autoren „zu einem günstigen Preis“ angeboten werden.

Wissenschaftliche Unterstützung

 „Wir möchten die Geschichte der Industrie, die die Stadt bis heute prägt und in Namen wie Brüninghaus, Berg oder Thomée nachklingt, würdigen“, sagte der HGV-Vorsitzende Burkhardt.

Bürger und Unternehmen hätten dafür Exponate als Leihgaben zur Verfügung gestellt, aber auch das Kreisarchiv und das Westfälische Wirtschaftsarchiv in Dortmund seien behilflich gewesen.

Manfred Wolf erwähnte auch die wissenschaftliche Unterstützung, die der Arbeitskreis durch den aus Meinerzhagen stammenden Historiker Dr. Oliver Schulz erhalten habe: „Auf der Grundlage seines Planungskonzeptes wurde die Arbeit koordiniert und begleitet.“

Finanziert wird die Ausstellung, die rund 30 000 Euro kosten wird, mit Fördergeld aus dem Leader-Projekt Lenneschiene und mit einer Spende der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis.

Sonderführungen für Schulen

Die Ausstellung trägt den Titel „Vom Osemund zur Digitalisierung – Industrieentwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts in Werdohl und dem Lennetal“. Eröffnet wird sie am Sonntag, 11. März, um 11.30 Uhr im Kleinen Kulturforum. Sie ist anschließend für (zunächst) drei Wochen geöffnet. Bis zum 1. April kann sie an jedem Sonntag von 11 bis 13.30 Uhr, donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr und freitags von 16 bis 18.30 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Für Schüler der Realschule und der Albert-Einstein-Gesamtschule gibt es Sonderführungen.

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