Gelungen oder nicht? Integration in Werdohl

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An vielen Stellwänden haben die AEG-Schüler mit dem Heimat- und Geschichtsverein Dokumente zusammengetragen, die aufzeigen, wie Migranten das Leben in Werdohl beeinflusst haben.

Werdohl - Mit großem Zuspruch wurde am Freitagnachmittag im Stadtmuseum die von Schülern der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) konzipierte Ausstellung mit dem Titel „Werdohl – Eine Stadt der kulturellen Vielfalt: Wie schon Oma und Opa die Stadt kulturell beeinflusst haben“ eröffnet.

Zur Begrüßung sagte Bürgermeisterin Silvia Voßloh: „Wir haben am Donnerstag erst in Neuenrade gesehen, wie wichtig solche Veranstaltungen sind. Entscheidend ist, dass wir ins Gespräch kommen – gemeinsam und respektvoll.“

Schnell entwickelten sich unter den Besuchern genau solche Gespräche, die in die Tiefe führten. Ex-VHS-Leiterin Barbara Funke erfuhr so von SPD-Ratsherr Ali Akdeniz, dass es eine Zeitung gibt, die in türkischer Sprache regelmäßig lokale Nachrichten aus dem Märkischen Kreis bringt. Auch in den sozialen Medien seien die Artikel zumeist abrufbar. 

Werdohl macht mehr als andere

Akdeniz lobte gegenüber den Verantwortlichen des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins (HGV), die die Schüler beim Zusammenstellen ihrer Migrations-Schau unterstützt haben, „dass in dieser Stadt viel mehr zu diesem Thema gemacht wird als anderswo, sagen wir in Altena oder Lüdenscheid“.

Der kommissarische AEG-Rektor Sven Stocks wünschte sich in seinem Grußwort, dass die Kooperation zwischen Schule und HGV weitere Früchte tragen werde. Dann lud der Gesamtschüler Usman Kahn die Besucher der Ausstellungseröffnung ein, sich „mit Freude“ die Stellwände anzuschauen – und auch, sich interaktiv zu beteiligen. Denn: Die Museumsbesucher werden gebeten, ihre Meinung kundzutun, ob die Integration in Werdohl gelungen ist oder nicht.

Welche Werte Schülern wichtig sind

Die Meinungen der Mitschüler Kahns gehen da weit auseinander. Das wird auf den Stellwänden dokumentiert. Auch haben Kahn und die anderen Ausstellungsmacher ihre Mitschüler nach ihren Werten gefragt – getrennt nach Alter und Religionsgruppen.

Der wichtigste Wert für die Muslime – sowohl bei den Neuntklässlern, als auch bei Schülern der Stufe 11 – ist demnach der Glaube. Bei den Katholiken ist es bei den Jüngeren die Toleranz, bei den Älteren die Unabhängigkeit. Bei den Schülern evangelischen Glaubens errangen die Spitzenwerte die Familie (Neuntklässler), beziehungsweise die Freundschaft (Elftklässler).

„Werdühl“-Artikel in der Ausstellung

Der stadtbekannte Werdohler DJ O-Tunezz wurde von den Ausstellungsmachern ebenfalls befragt. Er gab zu Protokoll, dass er aufgrund seines Migrationshintergrundes „zwei Mal mehr leisten“ müsse als Einheimische, um dasselbe zu erreichen.

Kopien von Schreiben des Schulamtes des Landkreises Lüdenscheid aus den 60er-Jahren belegen, dass es damals an Schulen Förderunterricht für Kinder italienischer sowie spanischer Herkunft geben sollte. Unter den Exponanten, die die Gesamtschüler zusammengetragen haben, sind auch Zeitungs-Artikel: Teile der SV-Serie „Werdühl“, sowie eine Doppelseite über die Schließung der evangelischen Kreuzkirche.

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