Ausstellung in Werdohl erzählt aus der NS-Zeit

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Großformatige Fotos und die Geschichten hinter den Menschen, die darauf zu sehen sind, erwarten die Ausstellungsbesucher.

Werdohl - „Mein Vater ist Jahrgang 33, in Dessau groß geworden und ein ruhiger Mensch“, schilderte Bürgermeisterin Silvia Voßloh bei der Eröffnung der Ausstellung „Gesichter und Geschichten zwischen Diktatur und Demokratie“. Sie fuhr fort: „Er ist nicht sehr redselig, aber es ist immer sehr eindrucksvoll, wenn er von seinen damaligen Erfahrungen spricht.“

Auf ähnliche Art und Weise hat Matthias Wagner, Interviewer und Mitglied des Lüdenscheider Geschichtsvereins Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus, 30 Menschen aus dem Kreis erzählen lassen von der Zeit des Nationalsozialismus. 25 davon sind seit Sonntag in der Ausstellung in der Stadtbücherei zu sehen.

„Jeder kann etwas von der Geschichte lernen und ist ein Teil von ihr“, stellte Wagner fest. Er mahnte zudem bei der Vernissage: „Die Demokratie gelingt nur, wenn wir etwas dazu beitragen, also auch zur Europawahl am 26. Mai gehen.“

Weiter unterstrich er: „Diskussionen sind anstrengend, aber wichtig.“ So sprach er sich deutlich gegen eine „separatistische Abhängigkeit von Handys“ aus. Die führe dazu, dass Menschen nicht mehr miteinander reden.

Fotograf Dirk Vogel schilderte, dass bei den Terminen mit den Protagonisten der Ausstellung zunächst das Gespräch mit Wagner stattgefunden habe, während er auf dem Sofa saß und zuhörte. „Die Menschen hatten zwei Stunden lang ihre Geschichte erzählt – und dann kam ich noch“, erläuterte er die Schwierigkeit der Situation.

Doch auf geschönte Hochglanzfotos habe er es nicht abgesehen: „Ich mache keine Gefälligkeitsfotos. Die Menschen sehen darauf im besten Fall so aus, wie sie nun einmal aussehen“, betonte er.

Die Vernissage war sehr gut besucht. Schnell kamen die Besucher mit den Ausstellungsmachern ins Gespräch.

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