Kleines Kulturforum zeigt 47 Werke von Eilert Lohe

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Das Interesse an der Vernissage zur Eilert-Lohe-Ausstellung am Sonntag übertraf alle Erwartungen. Nicht alle Besucher fanden Platz im Raum des Kleinen Kulturforums.

Werdohl - Das Interesse an der Vernissage zur Ausstellung mit Arbeiten des Werdohler Künstlers Eilert Lohe übertraf am Sonntag alle Erwartungen. Honoriert wird mit der Werkschau das Lebenswerk eines Mannes, der sich sowohl in seiner Heimatstadt, als auch in Schweden einen Namen gemacht und als klassisch ausgebildeter Maler Akzente gesetzt hat.

Lohe malte und zeichnete überwiegend realistisch. Seine Hauptmotive waren Landschaften und Portraits – aber nicht nur. Die noch bis zum 19. November laufende Ausstellung verrät eine deutlich größere Bandbreite an Motiven und dem Umgang mit Farben.

In seiner Begrüßung würdigte Kulturforums-Vorsitzender Heinz Rohe die große Bereitschaft in der Bevölkerung, Bilder von Eilert Lohe als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Ohne diese Unterstützung wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen. Das Kleine Kulturforum habe die Reihe mit Werdohler Künstlern aufgelegt, um sie der Öffentlichkeit in Erinnerung zu rufen.

Großnichte als Gastrednerin

Gezeigt werden 47 Bilder – die im Ausland und im Sauerland entstanden – sowie eine Original-Staffelei. Neben Portraits und Landschaften bereichern Akte, Stillleben, Baumstudien und auch Bilder aus der Arbeitswelt die Werkschau.

Bevor Cornelia Colsman, deren Familie die meisten Bilder zur Verfügung gestellt hatte, auf das Lebenswerk Lohes ausführlich einging, nutzte der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf die Gelegenheit, in einer kurzen Begrüßung auf die Bedeutung einer solchen Ausstellung hinzuweisen. Dabei ermunterte er die Verantwortlichen des Kleinen Kulturforums, sich weiter in dieser Weise zu engagieren.

Dass Cornelia Colsman als Gastrednerin gewonnen werden konnte, verwundert nicht, denn Lohes Schwester heiratete in die Werdohler Unternehmerfamilie ein. Für die Gastrednerin war Lohe der Großonkel und damit hatte sie im Vergleich zu anderen auch einen Informationsvorsprung, was das Leben und Werk des in Eveking geborenen Künstlers betrifft.

Bescheiden und ohne Allüren

Sie bezeichnete ihn als bescheiden und ohne Allüren. Lohe habe auch als ausgezeichneter, mit viel Fantasie gesegneter Erzähler gegolten. Das Talent als Maler habe er von seiner Mutter geerbt, und er selbst habe es laut Cornelia Colsman an seine Kinder weitergegeben.

Lohe lebte etliche Jahre in Schweden, kehrte 1939 nach Werdohl zurück, war Soldat in Russland, wurde verwundet, kehrte noch einmal nach Schweden zurück, fühlte sich dort aber nicht mehr wohl, trennte sich von seiner Familie, ohne den Kontakt zu ihr aber zu verlieren, kam zurück nach Werdohl und heiratete erneut.

Abgesehen von seiner Wirkungsstätte in seiner Heimatstadt hatte er auch ein Atelier in Düsseldorf. Zwar entstanden unter seiner Hand auch großflächige Gemälde, doch die fanden keinen Platz im Kulturbahnhof.

Bei der Farbgebung aller Werke waren zunächst Grün, Braun und auch erdige Töne dominant. Später bevorzugte er leuchtende Farben. Seine Motive blieben realistisch, lassen aber auch leicht abstrakte Züge erkennen. Neben Öl und Aquarell beherrschte Lohe auch den Zeichenstift, Tusche und Kohle als Mittel, sich auszudrücken. Und zudem ließ er sich – wie viele andere – von namhaften Künstlern und Kunstrichtungen inspirieren.

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