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Ausschuss nimmt Auftrag zurück: Kein Kita Ausbau

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Von: Volker Griese

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Die Kita Momo wird vorerst nicht ausgebaut.
Die Kita Momo wird vorerst nicht ausgebaut. © Griese, Volker

Die städtische Kindertagesstätte Momo in Eveking wird nun doch keinen Anbau erhalten – oder vielleicht doch. In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag war Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) bemüht, die Verwirrung auflösen – letztlich erfolgreich.

Die Erweiterung der Kita Momo hatte der Jugendhilfeausschuss Anfang Februar 2020 in Betracht gezogen. Die Prüfung einer solchen Möglichkeit hatte die CDU-Fraktion ein Vierteljahr zuvor gefordert, um einem offenkundigen Mangel an Betreuungsplätzen in Kitas und Tagespflegestellen zu begegnen. Jetzt allerdings hat die Stadtverwaltung die Nutzung der ab Sommer 2025 leerstehenden Realschule am Köstersberg als Alternative ins Gespräch gebracht – und die Rücknahme des Beschlusses zur Kita-Erweiterung vorgeschlagen.

Aus verschiedenen Gründen war CDU-Ratsherr Daniel Bartke damit zunächst gar nicht einverstanden. Der Bedarf an Kita-Plätzen müsse zeitnah gedeckt werden und nicht erst in vier Jahren, forderte er. Außerdem sehe doch der erst kürzlich vom Rat verabschiedete Masterplan 2040 für das Realschulgebäude eine andere Nutzung vor, erinnerte er an die Idee, dort beispielsweise Angebote für generationenübergreifendes und seniorengerechtes Wohnen zu etablieren. Und nicht zuletzt stellte Bartke fest, dass mit einer Kita im Realschulgebäude dann drei Kitas nah beieinander zu finden seien. Die Kita Gernegroß liegt tatsächlich 600 Meter von der Realschule entfernt, die Kita St. Michael sogar nur 300 Meter.

Bürgermeister versucht die Wogen zu glätten

Bürgermeister Späinghaus war bemüht, die Wogen zu glätten. Es gehe zunächst nur darum, den bereits vor gut einem Jahr gefassten Beschluss zur Erweiterung der Kita Momo zurückzunehmen. Das sei ohne Weiteres möglich, da an der Umsetzung bisher ohnehin nicht gearbeitet worden sei. Es hätten sich aber inzwischen neue Aspekte ergeben, die ein Überdenken dieser Idee erforderlich machten, erklärte er mit Blick auf einen Träger, der in Werdohl eventuell eine Großtagespflegestelle einrichten wolle. Dafür könne die bald verwaiste Realschule vielleicht die Möglichkeit bieten. „Das alles ist bisher nur ein Gedankenspiel“, beteuerte Späinghaus. Keineswegs solle damit der CDU-Antrag aus dem Herbst 2019 unterlaufen werden, im Gegenteil: „Das alles geschieht ganz im Geiste dieses Antrags der CDU“, betonte der Bürgermeister.

Schließlich hatte Späinghaus auch die Skeptiker überzeugt. Einstimmig folgte der Ausschuss dem Vorschlag, den Beschluss zur Erweiterung der Kita Momo zurückzunehmen. Allerdings muss die Idee damit nicht endgültig vom Tisch sein. „Auch eine Rückkehr zum alten Plan ist noch möglich“, versicherte Späinghaus.

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