Ausländische Ärzte lernen Deutsch

Auch ausländische Ärzte und Ärztinnen aus der Werdohler Stadtklinik nehmen an den Deutschkursen der Märkischen Kliniken teil.

Werdohl   - Bedingt durch den Ärztemangel rekrutieren auch die Märkischen Kliniken ihren Nachwuchs teilweise aus dem Ausland. Ausländische Ärzte kommen gerne, da sie oft in ihrer Heimat keinen Job finden oder hier bessere Verdienstmöglichkeiten sehen. Oft sind aber deren Sprachkenntnisse nicht ausreichend, sich den täglichen Anforderungen des Krankenhausbetriebes zu stellen und mit den Patienten entsprechend kommunizieren zu können.

Auch bei der Stadtklinik Werdohl arbeiten etliche Ärzte, die noch nicht allzu lange im Lande sind und ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten. Die Märkischen Kliniken bieten deshalb hauseigene Kurse zur berufsbezogenen Sprachförderung an. Und so drücken die Mediziner unterschiedlichster Nationalitäten – aus Ländern wie Litauen, Rumänien, Bulgarien, Sri Lanka, Ukraine oder auch Spanien – wieder die Schulbank. Über zehn Wochen hinweg wird gelernt und geübt, einmal pro Woche gibt es vier Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Die Teilnehmer werden für die Kurse zum Teil freigestellt, investieren aber auch ihre Freizeit, so Eva Adowski, Personalreferentin der Märkischen Gesundheitsholding, die für die Organisation der Kurse zuständig ist.

Die eigens für die Schulungen engagierte Lehrerin Dr. Bettina Kutta ist selbst Ärztin und darüber hinaus Sprachdozentin. „Die Ärztinnen und Ärzte sollen befähigt werden, erfolgreich in ihrem Arbeitsalltag zu kommunizieren. Schwerpunkte liegen auf der Kommunikation mit den Patienten bei den Anamnesegesprächen, bei den Untersuchungen sowie bei der Aufklärung über den Therapieverlauf“, erklärt sie. Medizinische Fachtermini werden ebenso erlernt wie das korrekte Erstellen von Arztbriefen. Auch klinikspezifische Informationen werden vermittelt.

Wichtig sei es, dass möglichst viele Sprachbarrieren abgebaut werden, so Eva Adowski. Verständigungsprobleme belasten die Arzt-Patienten-Beziehung und können Missverständnisse im klinischen Alltag mit sich bringen.

Für die „Neuankömmlinge“ sei der Arbeitsalltag besonders am Anfang ihrer Dienstzeit mit Schwierigkeiten verbunden gewesen, berichten die Teilnehmer der Kurse einhellig. „Ich mochte anfangs nur ungern ans Telefon gehen, weil immer die Angst da war, nicht alles und nicht richtig zu verstehen“, erklärt eine junge Ärztin. Dieses Problem gibt es mittlerweile für sie nicht mehr. Alle Teilnehmer der Kurse sind sehr motiviert und dankbar, dass sie Gelegenheit erhalten, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. „Für mich ist das Lernen hier sehr hilfreich. Jetzt weiß ich endlich, was die Patienten meinen, wenn sie über einen Hexenschuss sprechen“, erklärt eine weitere Teilnehmerin schmunzelnd. Muttersprachlern wird häufig gar nicht bewusst, wie viele umgangssprachliche Elemente sie einsetzen.

Einen großen Teil ihrer sprachlichen Unsicherheiten konnten die Teilnehmer des ersten Kurses bereits abbauen. Sie nehmen nun bereits an einem weiteren Kurs für Fortgeschrittene teil. Neue Kollegen aus dem Ausland haben mit einem Grundkurs-Kurs begonnen.

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