Ausgezeichnetes Seniorenzentrum

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Siegfried Hubrich und Sonia Tabiadon sind stolz auf die Auszeichnung des Biva: Die Organisation bescheinigt dem Seniorenzentrum eine ausgezeichnete Arbeit. ▪

WERDOHL ▪ Alles in Ordnung – dafür steht der grüne Haken auf dem Schild, das neuerdings den Eingang des Seniorenzentrums an der Schulstraße ziert. Die Biva hat die Einrichtung getestet und als besonders verbraucherfreundlich ausgezeichnet. Biva steht für „Bundesinteressensvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungseinrichtungen im Alter und bei Behinderungen“.

Der Verein untersucht die Lebensqualität von Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen. 250 Senioren sind bundesweit als Gutachter unterwegs – alle ehrenamtlich und durch Schulungen gut vorbereitet. Die Einrichtung in Werdohl wurde von Bernd Rose unter die Lupe genommen.

160 Fragen müssen bei der Prüfung einer Einrichtung abgearbeitet werden, wenigstens 80 Prozent sind zufrieden stellend zu beantworten. Ein Wert, den das Seniorenzentrum bei weitem übertroffen hat. Fast 100 Prozent der Biva-Kriterien für Lebensqualität im Altersheim wurden erfüllt.

Medizinischer Dienst (MDK) und Heimaufsicht schauen regelmäßig in den Heimen nach dem Rechten, diesen Kontrollen kann sich das Seniorenzentrum nicht entziehen und hätte auch gar keinen Grund dazu – schließlich erhielt sie vom MDK die Traumnote 1,1. Die Biva-Begutachtung erfolgte hingegen auf freiwilliger Basis. Auch unter Seniorenzentren herrsche Wettbewerb, vor einer Entscheidung für eine Einrichtung würden die Betroffenen und die Angehörigen sich gründlich informieren – so begründet Siegfried Hubrich, der Einrichtungsleiter, die Entscheidung zur Teilnahme. „Wir möchten, dass sich die Senioren in unserem Haus wohlfühlen. Um so mehr freuen wir uns, dass uns das nun von einem unabhängigen Gutachter bestätigt wurde“, ergänzt Pflegedienstleiterin Sonia Tabiadon. Dank Biva wisse jetzt jeder, dass respektvoller Umgang, Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für die Bewohner der Einrichtung jederzeit gewährleistet seien.

Biva-Prüfer Rose sah sich einen ganzen Tag lang an der Schulstraße um. Er besichtigte die Zimmer, sprach mit Mitarbeitern und Führungskräften und nahm am Mittagessen teil. „Wir haben nicht extra den Speiseplan umgestellt“, versichert Tabiadon. Das wäre auch aufgefallen: Hinter verschlossenen Türen sprach Rose auch mit dem Heimbeirat.

Der Biva geht es nicht darum, die pflegerischen Leistungen zu beurteilen – das macht schließlich schon der MDK. Der Senioren-Verein hinterfragt vielmehr, ob die Eigenständigkeit der Bewohner gewahrt bleibt, ihre Privatsphäre akzeptiert wird und der Umgang mit ihnen freundlich und respektvoll ist. Kurz: Es geht um Menschenwürde und Lebensqualität – „und wir wollen ja schließlich, dass sich die Bewohner bei uns wohlfühlen“, sagt Tabiadon. Deshalb haben sie und die anderen Mitarbeiter auch längst das Ergebnis analysiert und auf die wenigen Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge reagiert. So gibt es im Seniorenzentrum neuerdings eine tägliche Übersicht darüber, welcher Mitarbeiter wann Dienst hat. Das hatten sich die Bewohner gewünscht.

Auf gar keinen Fall kann sich das Seniorenzentrum auf seinen Lorbeeren ausruhen: Wie der MDK kommt auch der Biva immer wieder – der grüne Haken gilt für 12 Monate, dann steht die Wiederholungsprüfung an.

http://www.heimverzeichnis.de ▪ Thomas Bender

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