Kostenloser Fußball-Workshop: „Only for Girls“

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Volker Oßenberg und Michaela Lemke (links) legten ein Konzept zu der von ihnen als Leader-Idee „SIE“ bezeichneten Aktion vor. Im Hintergrund Kerstin Sensenschmidt, die auf die zeitliche Belastung von Kindern und Jugendlichen hinwies.

Werdohl - Die Aktionen innerhalb der Leader-Region Lenneschiene sind vielschichtig. Eine davon ist dem Thema Jugend gewidmet. Nach einem ersten Treffen im Januar fand am Dienstagabend im Werdohler Rathaus eine zweite Zusammenkunft statt, in der weitere Denkansätze für Projekte mit und für Jugendliche entwickelt werden sollten.

Das alles unter dem Aspekt, dass junge Menschen vor allem kurzfristige Lösungen haben wollen und dabei sinnvoll beteiligt werden sollten. Die Ideen, so eine weitere Vorgabe, müssten realistisch in der Umsetzung sein und umfassen sowohl attraktive Sportangebote als auch Musik-Events. Dem Zitat „die Jugend bewegt sich im Schleudergang“ solle Rechnung getragen werden.

In dem von Leader-Managerin Kathrin Hartwig geleiteten Treffen wurde deutlich gemacht, dass es bei den Projekten „keineswegs um etwas absolut Neues geht, sondern darum, Lücken zu schließen“, so die Formulierung des Lennetaler Leadervereins-Schatzmeisters Matthias Schröder. Wichtig, so die allgemeine Erkenntnis, sei die Nachhaltigkeit der Arbeit für die Bürger – auch für die jungen.

Dabei spielen Stichworte wie Lebensqualität, Beteiligung, Urbanität, Bildung, Freizeit, Heimatgefühl, Ehrenamt oder Mobilität eine wichtige Rolle. Jugendprojekte sollten darauf ausgerichtet sein, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, so Jugendamtsleiter Marco Malcherek-Schwiderowski.

Als ein Beispiel aus der Vergangenheit nannte er die von Werdohl und Plettenberg getragene Veranstaltungsreihe „Rock für Kids“. Sie sei immer ein Renner gewesen. Ob in dieser Richtung neue Pläne auf breiterer Basis entwickelt werden können, bleibt abzuwarten.

Und auch die sehr erfolgreich verlaufene Aktion Bauspielplatz könnte in einer Neuauflage auf eine breitere Basis gestellt werden – etwa für Kinder und Jugendliche im Alter von über acht bis zehn Jahren, denn für diese Gruppe gebe es lokal oder im weiteren Umfeld kein Angebot. Werdohls Jugendamtsleiter regte an, über das hiesige Rathaus Kontakte zu den Jugendämtern in Plettenberg und Altena zu knüpfen, um herauszufinden, ob man dort mit dieser Idee Begeisterung auslösen könnte.

Mädchen lieben Fußball

Es geht, wie Matthias Schröder betonte, auch hier um gemeinsame Ziele und die Frage, wie man sie erreichen kann. Ein Veranstaltungskonzept, das als Leader-Projektidee „SIE“ ins Spiel gebracht wurde, ist bereits ausgefeilt und wurde von Volker Oßenberg vorgestellt. Er ist, genau wie seine Mitstreiterin Michaela Lemke, in der Fußball-Jugendabteilung des TuS Versetal stark engagiert und präsentierte eine Workshop-Idee, die sich knapp zusammenfassen lässt: „Only for Girls – Auch Mädchen lieben Fußball! – Stark am Ball, stark im Leben!“

Die Zielgruppe, die angesprochen werden soll, richtet sich an Mädchen der Geburtsjahrgänge 2002 bis 2006. Ausgangspunkt des Konzeptes: Fußball sei der größte denkbare Integrationsmultiplikator und Schlüssel zu Sprache und Gesellschaft. Für Jungen gebe es ein ausreichendes Angebot auf dieser Schiene, für Mädchen kaum. Hier bestehe also Nachholbedarf, wobei Mädchen aus Flüchtlingsfamilien oder sozial benachteiligten Familien besonders angesprochen seien.

In der Zusammenfassung der Überlegungen entstand die Idee, einen zweitägigen Workshop durchzuführen, um das richtige Verhalten in Stress-, Mobbing- oder Konfliktsituationen herauszuarbeiten. Gleichzeitig werde alles rund um das Thema Mädchenfußball aufgegriffen und praktisch umgesetzt. Dabei soll es um Spaß am Spiel, Technik, Taktik, Fairplay und das Wir-Gefühl gehen.

Männer zum Zuschauen willkommen

Zum Abschluss schwenke der Tag auf eine sogenannte Fun-Factory ein – mit Hip Hop, Dance Aerobic und viel Musik. Die Teilnahme an diesem Workshop solle kostenlos sein. Das gelte auch für die Shirts und Verpflegung. So sei sichergestellt, dass die Veranstaltung für alle Mädchen zugänglich ist, merkte Volker Oßenberg an.

Männer werden am ersten Veranstaltungstag ausgeklammert. „Only for Girls“ sei eben Programm. Als Zuschauer beim Mädchenturnier am zweiten Tag seien sie allerdings willkommen. Offen bleibt in diesem Konzept der Versetaler Fußballjugend, wo und wann dieses Event angeboten werden könnte. Das Stadion Riesei wäre ideal wegen der Trennung von Fußball und Event. Dagegen könnte auch die Rieseihalle eine Option sein, weil dadurch die Wetterunabhängigkeit gewährleistet sei.

Wegen der Klärung der finanziellen Seite einer solchen Veranstaltung wäre ein Termin im Winter (dann in der Halle) machbar, so Leader-Managerin Kathrin Hartwig. Eine Weichenstellung wäre in diesem Sommer möglich. Natürlich kamen am Dienstag noch weitere Denkanstöße auf den Tisch. Die jedoch wären zunächst einmal unter dem Begriff „Markt der Möglichkeiten“ einzusortieren. Was daraus wird, müsse sich im Rahmen eines weiteren Treffens zeigen.

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