Werdohlerin von Polizei gestoppt

Ausflug ins Ruhrgebiet endet auf der Anklagebank

Von der Nachtschicht in Werne wollte eine Werdohlerin mit ihrem Freund im Auto zurück ins Sauerland fahren, wurde aber von der Polizei gestoppt.

Werdohl/Lünen – Dieser abendliche Ausflug an den Rand des Ruhrgebiets endete für eine Werdohlerin jetzt Monate später auf der Anklagebank des Amtsgerichts Lünen.

Denn die 35-Jährige hatte als Mitfahrerin nicht nur zugelassen, dass ihr Freund betrunken Auto fuhr, der Mann war noch nicht einmal in Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. 

Die Werdohlerin hatte zusammen mit ihrem neuen Freund und dessen Bekannten am 27. Oktober vergangenen Jahres die Diskothek „Nachtschicht“ in Werne besucht. Weil der Bekannte dort eine Frau kennenlernte, wollte er noch nicht nach Hause, als seine Begleiter schon in Aufbruchstimmung waren. Also übergab er kurzerhand der Werdohlerin seinen Autoschlüssel, die sich mit ihrem Freund auf den Heimweg machte. Die Tour endete jetzt im benachbarten Lünen vor dem zuständigen Amtsgericht. 

Noch einmal zur "Nachtschicht" zurück

Was war passiert? An besagtem Abend hatte der Freund der Werdohlerin darauf bestanden, noch einmal in die Diskothek nach Werne zurück zu fahren, um den Kumpel doch noch mitzunehmen. An der „Nachtschicht“ angekommen, war der Mann allerdings verschwunden. 

Der Freund der Werdohlerin wurde daraufhin aggressiv und riss die Fahrertür des Wagens auf, so die Schilderungen der Angeklagten. Er habe sie böse angesehen und aufgefordert, auszusteigen. Er würde fahren. Das habe sie nicht zulassen wollen. „Ich hatte keinen Alkohol getrunken“, erklärte die 35-Jährige. Ihr Freund sei hingegen merklich alkoholisiert gewesen. 

Bedrängt: Angeklagte gibt schließlich nach

Er habe jedoch nicht aufgehört, sie zu bedrängen. Schließlich habe sie nachgegeben und sei – weil der Beifahrersitz voll mit Werkzeug gewesen sei – hinten eingestiegen. Sie habe den Mann erst zwei Wochen gekannt, ihn daher nicht einschätzen können: „Ich wusste einfach nicht, was ich noch sagen soll. Er hat mich eingeschüchtert.“ 

Außerdem habe sie nicht einmal gewusst, in welcher Stadt sie waren. Ein Taxi habe sie auch nicht rufen können: Handyakku leer, kein Bargeld mehr. Während der Fahrt habe sie sich sehr unwohl gefühlt. „Ich hatte wirklich Angst“, gab die Werdohlerin zu. 

Beihilfe zur Trunkenheitsfahrt

Durch ihr Verhalten hatte sie sich wegen Beihilfe zur Trunkenheitsfahrt strafbar gemacht. Angeklagt worden war sie zudem wegen Duldens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Der Mann, den sie hatte fahren lassen, hatte nämlich gar keinen Führerschein. „Das habe ich nicht gewusst“, versicherte die Frau. 

Am Ende entschied der Richter im Lüner Amtsgericht, das Verfahren gegen die nicht vorbestrafte Angeklagte vorläufig gegen eine Zahlung von 120 Euro einzustellen. „Das wird eng“, erklärte die Hartz-IV-Empfängerin, die die Rechnung ihrer Anwältin in 25-Euro-Raten abstottert. Auch, wenn der Richter Verständnis für die finanzielle Notlage der Frau zeigte: „Ein bisschen Strafe muss ja sein.“

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