Ausbildung am Beispiel von EP Schröder: Motivation zählt

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Sprachen über Möglichkeiten von betrieblicher Ausbildung (v.l.): Stellvertretender Bürgermeister und Unternehmer Dirk Middendorf, Einzelhandelskauffrau Heike Schröder, Auszubildender Tobias Krause, Informationselektronikermeister Mayk Schröder und Armin Dzaferovic vom Arbeitgeberservice des Jobcenters.

Werdohl - Betriebe, die heute noch Geld und Zeit in Ausbildung stecken, suchen oft händeringend nach geeigneten Auszubildenden. Dass Noten dabei nicht alles sind, zeigte am Mittwoch anlässlich der „Woche der Ausbildung“ ein Beispiel aus der jahrelangen Erfahrung von EP Schröder in der Innenstadt.

Heike Schröder berichtete, wie sich einst ein junger Mann um einen Ausbildungsplatz beworben hatte: „Ich weiß, dass meine Noten schlecht sind, aber sie sagen nichts über mich aus.“ Der schlechte Schüler wurde zu einem Praktikum in den Betrieb von Mayk und Heike Schröder eingeladen, machte einen sehr guten Eindruck und schloss am Ende als einer der Besten seine Ausbildung ab.

Mit Armin Dzaferovic vom Jobcenter und dem stellvertretenden Bürgermeister Dirk Middendorf sprachen mit Schröders über ihren Familienbetrieb, der seit 1959 insgesamt rund 70 junge Leute ausgebildet hat. Heute heißt der technische Ausbildungsberuf Informationselektroniker, die Lehre dauert dreieinhalb Jahre. Früher war das der Radio- und Fernsehtechniker. Im Ausbildungsschwerpunkt Handel wird bei Schröder entweder in zwei Jahren zum Verkäufer oder in dreieinhalb Jahren zum Einzelhandelskaufmann ausgebildet. Tobias Krause aus Altena ist mit seinen 18 Jahren schon im zweiten Lehrjahr als Verkäufer. Er fühlt sich wohl im familiären Betrieb von Heike und Mayk Schröder. Armin Dzaferovic bedankte sich bei Schröders, dass sie so viel in Ausbildung investierten. Bei vier Mitarbeitern und den beiden Inhabern muss ein Lehrling voll ins Team passen, sonst funktioniert es nicht. Dzaferovic zu Krause: „Sie geben ein tolles Beispiel. Die Motivation muss passen, das ist enorm wichtig.“

Auch den schwächeren Schülern sollte eine Chance gegeben werden, darum bittet Dzaferovic. Dirk Middendorf, selbst Betriebswirt, Meister und Fachwirt des Handels, hat seine Sicht der Dinge: „Die Abiturienten wollen meistens studieren, die gehen weg aus unserer Stadt. Also suchen wir lieber jemanden, der nach einer Ausbildung längerfristig im Betrieb bleibt.“

Das möchte auch Dzaferovic herausstellen: „Mitten in der Werdohler Innenstadt können junge Leute eine anspruchsvolle Ausbildung machen, so bleiben die jungen Leute an die Stadt gebunden und müssen nicht wegziehen.“ Die meisten Azubis bei Schröder kamen aus den unmittelbar umliegenden Städten, die wenigsten direkt aus Werdohl.

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