Familienbetrieb Kohlhage läuft weiter

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Markus, Antje und Udo Kohlhage werden trotz der Insolvenz weitermachen: Partyservice, Bauernhof und die Metzgerei in Pungelscheid werden wie gewohnt von der Familie geführt. ▪

WERDOHL ▪ Trotz der Insolvenz der Antje Kohlhage GbR werden der Bauernhof Deipschlade 1, die Metzgerei am Pungelscheider Weg 63 und der Partyservice weiterbetrieben. „Niemand wird entlassen“, so Insolvenzverwalter Reiner Becher, der bis zum 30. November mit einem sauberen rechtlichen Übergang der Betriebsführung rechnet.

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts hatte bereits am 8. August das Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt, zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Lüdenscheider Rechtsanwalt Becher bestellt. Wegen Zahlungsunfähigkeit wurde gut zwei Monate später am 5. Oktober das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet.

Diese GbR sei eine unglückliche Lösung als Geschäftsform gewesen, meint Becher im Nachhinein. Ihm liegt jetzt ein Angebot von Udo Kohlhage vor, der die Geschäfte allein weiterführen will. Das Angebot sei verbindlich, Becher hat es bereits angenommen. Er müsse aber Fristen in dem Verfahren abwarten, so dass eine Geschäftsübergabe von der insolventen GbR auf Udo Kohlhage erst nach dem 30. November möglich sei. Neben Sohn Markus als Auszubildenden beschäftigt der Familienbetrieb noch einige Verkäuferinnen.

„Die Umsätze stimmen“, meinte Becher im Gespräch mit unserer Zeitung, es stecke aber zu wenig betriebswirtschaftliche Kalkulation dahinter. Becher: „Kohlhage hat teilweise zu günstige Preise berechnet.“ Ein Unternehmensberater habe den Betrieb entsprechend beraten und die Probleme sehr deutlich aufgezeigt.

Als „sehr schlechtes Timing“ bezeichnete Becher die Verkaufsanzeige der Bank, die die Immobilie in Pungelscheid neben dem Netto-Markt verkaufen will. Das Ladenlokal ist von Kohlhages nur gemietet, der Komplex gehört der insolventen Firmengruppe Hellerforth. Die Verkaufsanzeige des Ladens hatte die Kundschaft zusätzlich verunsichert.

Von Volker Heyn

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