Durch das milde Wetter verbreiten sich Viren

Augengrippe breitet sich aus

Dr. Dietmar Schnober ist seit 20 Jahren praktizierender Augenarzt in Werdohl. - Fotos: Domke

WERDOHL - „Wenn jemand mit tränenden, geschwollenen und juckenden Augen hier herein kommt, weiß ich meistens schon was los ist“, sagt Nina Stens. Sie ist medizinische Fachangestellte des Augenarztes Dr. Dietmar Schnober und kennt sich mit den aktuellen Leiden der Werdohler ziemlich gut aus.

„Das beschriebene Krankheitsbild nennen wir untereinander nur E“, so Nina Stens weiter.

Was unter den Angestellten der Praxis mittlerweile nur noch mit einem Buchstaben tituliert wird, hat sich im Volksmund unter dem Begriff „Augengrippe“ manifestiert. „Keratoconjunctivitis epidemica“ lautet der Fachbegriff unter den Medizinern.

„Die Infektionskrankheit ist eine schwere Form der Bindehautentzündung, ist hochgradig ansteckend und tritt zur Zeit vermehrt in NRW auf“, so Dr. Dietmar Schnober. „Es besteht aber kein Grund zur Panik“, beruhigt der Mediziner. Bedingt durch das milde Wetter könnten sich die Viren momentan ungehindert ausbreiten. Bereits im Januar habe Schnober in seiner Praxis schon sechs Fälle der Bindehauterkrankung behandelt, erste Fälle seien bereits im November durch den Verband der Augenärzte bekannt gegeben worden.

Bei einer raschen Bekämpfung der Symptome könnten Patienten aber mit einer schnellen Genesung rechnen. Nur in seltenen Fällen bliebe eine Hornhauttrübung zurück, die zu einer längeren Beeinträchtigung der Sehfähigkeit führen könne und eine weitere Behandlung erfordere, erklärt Schnober.

Da die Inkubationszeit der Augengrippe aber bis zu neun Tage beträgt, gehe die Gefahr einer Ansteckung gerade von Menschen aus, die noch gar keine Symptome haben, so Schnober. Übertragen würde die Grippe durch eine Schmier- und Tröpcheninfektion.

„Es ist wichtig, auf angemessene Hygiene zu achten“, rät der Augenarzt. „Bloß nicht im Auge herum reiben und vor allem regelmäßig die Hände waschen.“ Schließlich fänden sich gerade im Alltag überall Ansteckungsherde, etwa die Griffe des Einkaufswagens und jegliche Türklinken. Zuhause solle man darüber hinaus während der Akutphase der Erkrankung (drei bis sechs Wochen) nicht dieselben Handtücher und Hygieneartikel benutzen.

„Bei ersten Symptomen sollte man zügig einen Arzt aufsuchen“, rät Schnober.

Von Friederike Domke

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