Aufwertung des Lenneufers: Fraktionen bremsen Bürgermeisterin aus

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Die Lennepromenade möchte Bürgermeisterin Silvia Voßloh mit einem Aufwand von 120 000 Euro weiter aufwerten. Damit sind nicht alle Fraktionen des Rates einverstanden.

Werdohl - Gleich drei Fraktionen des Stadtrates haben in dieser Woche Anträge vorgelegt, in denen es im weitesten Sinne um die weitere Gestaltung des Lenneumfeldes in Innenstadtnähe geht. Dabei äußern sie wenig Sympathie für die Ideen von Bürgermeisterin Silvia Voßloh.

In ihrer Rede bei der Einbringung des Haushaltsplans vor rund fünf Wochen hatte die Bürgermeisterin angekündigt, im nächsten Jahr das Lenneufer zwischen Stadt- und Rathausbrücke attraktiver gestalten zu wollen. 120 000 Euro seien dafür in den Haushaltsplanentwurf eingearbeitet worden, teilte Voßloh mit. „Das soll uns in die Lage versetzen, den Lennebereich für die Bürger weiterhin liebens- und lebenswert zu gestalten“, hatte Voßloh den Schritt begründet. 

Sowohl SPD als auch WBG und FDP haben dazu eine ganz andere Meinung als die Bürgermeisterin und bringen das in entsprechenden Anträgen auch zum Ausdruck. Die FDP-Fraktion vermisst ein schlüssiges Konzept für eine Bewirtschaftung der Paul-Seuthe-Terrasse, für die Bürgermeisterin allein 100 000 Euro aufwenden wolle. Es sei auch eher unwahrscheinlich, dass für ein dort anzusiedelndes Café ein Betreiber gefunden werde. Die Liberalen fordern deshalb, zumindest den Betrag von 100 000 Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen. Das ist im kommunalen Haushaltsrecht ein Instrument, das gewährleistet, dass eine Ausgabe so lange nicht getätigt werden darf, bis eine bestimmte Voraussetzung vorliegt. In diesem Fall wäre das wohl ein Konzept zur Bewirtschaftung der Seuthe-Terrasse. 

SPD will auf Bereitstellung verzichten

Die SPD-Fraktion geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert, auf die Bereitstellung der 100 000 Euro gänzlich zu verzichten. Seit fünf Jahren werde versucht, eine Gastronomie am Lenneufer zu verwirklichen, passiert sei bislang nichts, argumentiert die SPD und bezeichnet es als falsch, „jetzt „auf Biegen und Brechen dort etwas zu etablieren“. Vielmehr solle die weitere Entwicklung des interkommunalen Handlungskonzepts „LenneSchiene 2.0“ ebenso wie die durchgängige Fertigstellung des Lenne-Radwegs abgewartet werden. Und auch das in Auftrag gegebene Stadtentwicklungskonzept könne vielleicht noch neue Erkenntnisse liefern. 

Auch die WBG macht die weitere Gestaltung des Lenneufers zum Thema eines Antrages an den Rat und bringt eine ganz neue Variante für das gewünschte Lennecafé ins Gespräch: Anstatt einen solchen Gastronomiebetrieb direkt am rechten Lenneufer anzusiedeln, solle auf der anderen Flussseite nach Möglichkeiten gesucht werden. Die Bürgergemeinschaft schlägt den Bereich am früheren Café Wiengarn und dem ehemaligen Blumengeschäft Römer vor, um dort ein Café zu betreiben. Damit könne der Bahnhofsbereich eingebunden werden, zudem bestehe dort fast keine Hochwassergefahr. 

"Lenne-Balkon" wird noch einmal Thema

Mit demselben Bereich an der Stadtbrücke befasst sich dann auch die SPD noch einmal in einem weiteren Antrag. Darin greift sie die im Wettbewerb zur Umgestaltung des Brüninghaus-Platzes aufgekommene Idee von einem „Lenne-Balkon“ wieder auf. Eine solche Anlage mit Blick auf die Lennefontäne, das „Lenneken“ und die Lennepromenade hält sie für leichter realisierbar als eine mit Leader-Fördermitteln geförderte Aussichtsplattform am Forsthaus. „Die Leader-Mittel könnten vielleicht umgeleitet und für den Lenne-Balkon verwendet werden“, spekuliert SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen. 

Öffentlich diskutiert wurde über die Anträge der Fraktionen bislang nicht. Aller Voraussicht nach wird sich aber der Rat in seiner Sitzung am 11. November damit befassen.

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