Aufnahmestopp für Katzen

27 Katzen suchen derzeit in Werdohl ein neues Zuhause.

WERDOHL -  Für die Tierauffangstation an der Gildestraße gibt es einen Aufnahmestopp. 27 Katzen werden vom Tierschutzverein Werdohl/Neuenrade versorgt – mehr sei nicht möglich, bedauert die zweite Vorsitzende Marlies Ruth. „Wir wissen einfach nicht mehr, wohin.“

Der Tierschutzverein handele immer im Sinne und zum Wohle des Tieres. Würde man weitere Katzen aufnehmen, könne dies aber nicht mehr gewährleistet werden – zumal auch stets berücksichtigt werden müsse, dass sich die Tiere miteinander vertragen. Schwierig sei es laut Marlies Ruth auch, wenn eigenen Katzen fremde Pflegekatzen „vor die Nase gesetzt“ würden. Sie selbst achte daher auf eine strikte Trennung der Tiere. Insgesamt gebe es beim Tierschutzverein sechs private Pflegestellen für Katzen. Auch Marlies Ruth beherberge Pflegetiere. An zwei Stellen würden derzeit je zwei „Flaschenkinder“ aufgezogen.

Kleinere Katzen würden recht schnell vermittelt, der Tierschutzverein habe aber auch einige Tiere bereits seit zwei Jahren in seiner Obhut. „Das gab es früher nicht“, so Marlies Ruth. Zuletzt habe der Tierschutzverein elf Fundkatzen innerhalb kurzer Zeit aufgenommen, darunter auch zwei Perserkatzen, die Anfang Oktober in Affeln gefunden worden seien.

Wer eine Katze findet, muss sich nun an das Ordnungsamt wenden. In Neuenrade sei das bereits einmal der Fall gewesen, weiß Marlies Ruth. In Werdohl sei der Bürgermeister ebenfalls informiert worden. Bodo Schmidt von der Stadt Werdohl reagiert allerdings erstaunt, als er im Gespräch mit unserer Zeitung vom Katzen-Aufnahmestopp erfährt: „Davon wusste ich bisher nichts.“ Selbstverständlich würden sich die Mitarbeiter des Werdohler Ordnungsamtes aber ebenfalls um herrenlose Tiere kümmern. „Wenn es sich um einen Notfall handelt“, unterstreicht Schmidt.

Das sei etwa der Fall, wenn Werdohler von einer verletzen Katze berichten würden. „Dann handeln wir natürlich schnell und bringen das Tier notfalls auch in ein Tierheim außerhalb Werdohls“, erklärt der städtische Mitarbeiter. Diese Unterbringung müsse die Stadt extra bezahlen. Der Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade erhalte von der Verwaltung einen Zuschuss für den Betrieb der Auffangstation, in der Katzen untergebracht sind. „Wenn herrenlose Hunde aufgegriffen werden, wenden wir uns von vorneherein nicht an den heimischen Tierschutzverein“, erklärt Schmidt.

Die ehemalige Vereinsvorsitzende Saskia Kaufmann wäre nach eigenem Bekunden bereit gewesen, Katzen bei sich zuhause aufzunehmen und als Pflegestelle zu fungieren. Allerdings wurde ihr Angebot von der neuen Vereinsführung nicht in Anspruch genommen, erklärt Kaufmann. Deshalb habe sie nun Pflegetiere für Vereine aus anderen Städten aufgenommen.

Von Simone Benninghaus und Carla Witt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare