SGV Werdohl: Jubiläum und Ende

Beim wahrscheinlich letzten SGV-Treff der Abteilung Werdohl am Donnerstag wurde laut über die Auflösung des Vereins im kommenden Jubiläumsjahr nachgedacht. Keiner will im Vorstand mitarbeiten und die Beteiligung bei den Wanderung ist mau. Foto: Koll

Werdohl - „Wir reiten ein totes Pferd“, platzte es aus Wilhelm Terlutter heraus. Das Mitglied der SGV-Abteilung Werdohl brachte damit die allgemeine Stimmungslage auf den Punkt. Neun der zehn weiteren Anwesenden gaben ihm beim SGV-Treff in der Gaststätte Haus Werdohl Recht. Einzig Cäcilie Brücker war empört. Die 82-Jährige wünscht sich einen Fortbestand ihres SGV. Doch den wird es wohl nicht geben.

Von Michael Koll

Gerade einmal 20 Minuten dauerte dieser wohl letzte SGV-Treff. Abteilungs-Vorsitzender Dieter Benninghaus sagte gleich zu Beginn ganz klar: „Sie wird immer kleiner, unsere Runde. Ob wir nächstes Jahr noch einen SGV-Treff machen, weiß ich nicht.“

Dann wurde er noch konkreter: „Nächstes Jahr haben wir Vorstandswahlen“, erklärte er in Hinblick auf die kommende Jahreshauptversammlung im Januar 2015. Der aktuelle Vorstand bestehe aus drei Mitgliedern im geschäftsführenden Teil und drei weiteren als Beisitzer. Keiner – ihn selbst eingeschlossen – wolle weitermachen.

„Ich kann doch nicht alles alleine machen“, erläuterte der Abteilungsvorsitzende. „Ich bin doch nicht dazu da, für die Leute die Freizeit zu gestalten.“ Rund 135 Mitglieder habe die SGV-Abteilung derzeit noch. „Doch bestimmt 100 davon wandern nie mit.“ Und die noch Aktiven seien oftmals gesundheitlich kaum mehr in der Lage auch nur kürzere Wanderungen zu absolvieren.

Um junge Leute für den SGV zu gewinnen, müssten Mountainbike- und Kletter-Angebote gemacht werden. Doch dazu sieht sich der momentane Vorstand nicht in der Lage. „Wir müssen uns einfach sagen: ‘Es war eine schöne Zeit’ und dann loslassen“, konstatierte Benninghaus.

Wenn im Januar Vorstandswahlen anstünden, „kriegen wir keinen neuen mehr zusammen“, ist er sich sicher. „Das ist einfach so.“ Ergo werde der bisherige Vorstand die Amtsgeschäfte für ein paar Monate noch kommissarisch weiterführen, bis dann im Herbst oder Winter 2015 der Verein auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst werde. Abgesehen von Brücker nickten alle Anwesenden bei dieser Aussage von Benninghaus zustimmend.

Grund für den Aufschub der Vereinsauflösung ist einer, bei dem der Noch-Vorsitzende „ein lachendes und ein weinendes Auge“ habe. Im kommenden Jahr feiere die Abteilung nämlich ihr 125-jähriges Bestehen – und wohl gleichzeitig ihr Ende. Der tatsächliche Geburtstag sei der 16. Oktober. Um aber bei vermutlich schönerem Wetter zu feiern, wolle Benninghaus die Feier vorziehen und mit einem Sommerfest kombinieren. Dieses soll Mitte September auf dem Hof Repke bei der Familie Hurst stattfinden, kündigte er an.

„Wir machen für nächstes Jahr auch nur noch einen Wanderplan in abgespeckter Form“, stellte er unmissverständlich klar.

Alle amtierenden Wanderführer treffen sich in privater Runde, um Ziele und Termine festzulegen. Der fertig gedruckte Wanderplan werde dann Ende November/Anfang Dezember erscheinen, stellte Benninghaus in Aussicht.

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