Trotz einer „Problemgruppe“

Auf den Straßen im MK: Weniger Unfälle in der Pandemie

Schwerer Unfall mit tödlichen Folgen auf der B 236 im Februar: Eine junge Frau hatte mit dem Handy am Ohr telefoniert und war in den Gegenverkehr geraten. Sie erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.
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Schwerer Unfall mit tödlichen Folgen auf der B 236 im Februar: Eine junge Frau hatte mit dem Handy am Ohr telefoniert und war in den Gegenverkehr geraten. Sie erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Die Corona-Pandemie hat sich auch deutlich auf das Unfallgeschehen im Märkischen Kreis ausgewirkt. Das hat Erster Polizeihauptkommissar Claus Croce, stellvertretender Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, bei der Vorstellung der Unfallstatistik am Mittwoch betont.

In fast allen Bereichen sind die Zahlen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Dennoch sieht die Polizei Handlungsbedarf.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist von 14 738 im Jahr 2019 um 14,8 Prozent auf 12 556 im vergangenen Jahr gesunken. Wegen der Pandemie sei auf den Straßen weniger los gewesen, begründete Croce und nannte auch die Folgen. Vier Menschen starben auf den Straßen des Kreises, das waren drei weniger als im Jahr zuvor. 271 Personen wurden schwer verletzt (2019: 268), 1061 (2019: 1299) gingen als leicht verletzt in die Statistik ein.

Distanzunterricht: Weniger Schulwegunfälle

Die Statistik zeigt auch, dass die Polizei – wohl aufgrund des Distanzunterrichts während der Pandemie – weniger Schulwegunfälle zu verzeichnen hatte. Allerdings wurden mehr Kinder bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, nämlich 15, nachdem es ein Jahr zuvor neun gewesen waren. Croce sprach von einem „bemerkenswerten Anstieg“, der überwiegend auf Fahrradunfälle zurückzuführen sei.

In Unfälle mit Fahrrädern, aber vor allem mit den elektrisch angetriebenen Pedelecs, waren im Jahr 2020 aber auch mehr Jugendliche und Erwachsene verwickelt. Die Anzahl der Fahrradunfälle stieg um 16,4 Prozent auf 220, die der Pedelec-Unfälle sogar um fast 119 Prozent auf 70. Dabei wurden 218 (2019: 164) Personen verletzt. Auch diese Entwicklung führt Croce auf die Zeit der Lockdowns zurück: „Wegen der eingeschränkten Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten haben viele Menschen das Fahrrad- und E-Bike-Fahren für sich entdeckt.“ Croce kündigte an: „Wir werden uns dieser Problemgruppe widmen.“ Maßnahmen wie beispielsweise Fahrsicherheitstrainings für Pedelecfahrer seien schon in Vorbereitung.

Motorradfahrer die „Problemgruppe“ im Kreis

Das veränderte Verhalten während der Pandemie schlägt sich an einer weiteren Stelle in der Unfallstatistik nieder. Nur noch 268 Senioren waren in Unfälle verwickelt, das waren 20 Prozent weniger als 2019. Croces Erklärung: „Wir gehen davon aus, dass die Senioren den Ratschlag beherzigt haben, wegen der Ansteckungsgefahr lieber zuhause zu bleiben.“

Im Blick behalten will die Polizei die Motorradfahrer, die Croce als „Problemgruppe im Kreis“ bezeichnete. Auch die Tuning-Szene habe die Polizei im Fokus.

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