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Auf den Höhen Werdohls wächst bald ein ganz besonderer Wald

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Von: Volker Griese

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Die für den Generationenwald vorgesehene Fläche nahm das Ökumene-Forum am Dienstag kurz vor der ersten Pflanzaktion mit dem Schirmherrn, Bürgermeister Andreas Späinghaus (Bildmitte) noch einmal in Augenschein.
Die für den Generationenwald vorgesehene Fläche nahm das Ökumene-Forum am Dienstag kurz vor der ersten Pflanzaktion mit dem Schirmherrn, Bürgermeister Andreas Späinghaus (Bildmitte), noch einmal in Augenschein. © Volker Griese

Waldbauern, sagt man, denken in Generationen. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass der Lebenszyklus der Bäume so lang ist, dass es mindestens zwei bis drei Generationen dauert, bis ein erntereifer Baum entstanden ist. In Generationen denkt aber auch das Werdohler Ökumene-Forum, das deshalb auf den Höhen zwischen Dösseln und Pungelscheid, Kleinhammer und Ütterlingsen einen Generationenwald anpflanzen möchte.

Werdohl ‒ Mit dem Projekt möchten die Vertreter der christlichen Religionsgemeinschaften in Werdohl auch gegen die Folgen des Klimawandels angehen: In einem nach Borkenkäferbefall gerodeten Waldstück, das der Land- und Forstwirt Christian Crone zur Verfügung stellt, soll in den nächsten Jahrzehnten ein Mischwald entstehen. Auf der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche sollen schon bald bis zu 120 Winterlinden, Stieleichen, Roteichen und Kirschbäume gepflanzt werden. „Alle sechs Meter wird ein Pflanzstreifen angelegt, dazwischen verbleibt ein einen Meter breiter Streifen naturbelassen“, erklärte Crone das Prinzip. So soll später aus angepflanzten und durch die natürliche Ausbreitung gewachsenen anderen Baumarten ein Mischwald entstehen.

Gute Resonanz auf ersten Aufruf

Das Ökumeneforum hatte vor etwa zwei Jahren die Idee entwickelt, Generationenbäume zu pflanzen, vielleicht sogar einen Generationenwald anzulegen. Mit 70 Euro kann jetzt jedermann einen Generationenbaum finanzieren. Die Resonanz war gut. „Es haben ganz viele unterschiedliche Leute Baumpatenschaften übernommen: Eltern im Namen ihrer Kinder, Großeltern für ihre Enkel, aber auch viele Werdohler Vereine“, erzählte Lothar Jeßegus jetzt bei einem Ortstermin auf der Pflanzfläche. Dahinter stecke die Idee, dass durch viele Menschen mehrerer Generationen ein Wald für nachfolgende Generationen geschaffen werde.

Ursprünglich sollten im ersten Pflanzabschnitt in diesem Herbst 100 Bäume gepflanzt werden. Jetzt könnten es sogar 120 werden, wenn sich noch etwa ein Dutzend Baumpaten finden. „Jeder kann sich beteiligen, das Projekt ist nicht, wie ein Babywald, an eine bestimmte Generation gebunden und auch nicht Menschen einer bestimmten Religionszugehörigkeit vorbehalten“, sagte Bürgermeister Andreas Späinghaus, der die Schirmherrschaft übernommen hat.

Pflanztag und offizielle Einweihung

Wer Interesse hat, eine Patenschaft für einen Generationenbaum zu übernehmen und vielleicht eine Widmungsurkunde zu Weihnachten, zu einem Familien- oder Firmenjubiläum zu verschenken, kann sich an Britta Schwarze wenden (Tel. 0 178 / 5 06 18 20, E-Mail: oikumene-forum@outlook.de) wenden.

Noch in dieser Woche sollen die gut 100 Pflanzlöcher für die Bäume, die bereits 1,5 bis zwei Meter groß sind und damit nicht mehr besonders vor Wildverbiss und Konkurrenzpflanzen geschützt werden müssen, ausgehoben werden. Gepflanzt werden soll am Samstag, 22. Oktober. Die offizielle Einweihung des Generationenwaldes, in deren Verlauf die Bäume dann auch mit Schildern persönlich gekennzeichnet werden können, soll am Samstag, 29. Oktober, stattfinden.

Zweite Pflanzaktion im Herbst 2023

Wegen der guten Resonanz plant das Ökumene-Forum bereits jetzt eine zweite Pflanzaktion für den Herbst 2023. Dann könnten, wenn sich genug Paten finden, noch einmal 80 Generationenbäume gepflanzt werden.

Finanziell unterstützt wird das Projekt übrigens aus dem Sonderplan der Gemeinschaftsaufgabe für Agrar- und Küstenschutz, aus dem die Leader-Region Lenneschiene im Rahmen einer Kleinprojekte-Förderung gut 5500 Euro bereitstellen konnte. Ohne diese Förderung hätte die Idee nicht umgesetzt werden können, betonten die Mitglieder des Ökumene-Forums.

Christian Crone, auf dessen Land die Bäume gepflanzt werden, ist überrascht, wie schnell aus der Idee jetzt Wirklichkeit wird. „Vor einem Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, dass wir jetzt schon vor dem Finale stehen“, sagte er am Dienstag und kam auf das Generationen-Denken der Waldbauern zu sprechen: „Wir als die erste Generation werden diesen Wald nur wachsen sehen, die nächste Generation auch.“ Erst die dritte Generation werde wohl einen stattlichen Wald vorfinden.

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